Vorgeschichte – Teil 2 – Vernichtungsprozess Teil 1   Leave a comment

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Vorgeschichte Teil 2 – KZ Todeslager – Semlin, 1941/42

 

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Alte Messegelände (in Belgrad) – KZ Lager – Semlin

Fortsetzung der Vorgeschichte Teil 1

Die Vorgeschichte – Teil 1 befindet sich hier  – Link

 

Streng geheim – Identitätsdiebstahl

Die erste kurze Schilderung, die hier vorgelegt wird, wird  im Zusammenhang mit absolut rationalen, nachrichtendienstlichen Methoden in der Entstehung, Konstruktion und Verwendung der seit 90er Jahre entdeckten, verdeckten Teilidentität – der nachrichtendienstlichen Legende des Agent – Provokateurs “Laci” dargestellt. 
Die Sammlung, Auswertung, Austausch der Daten, Informationen, wahren Verhältnisse  einer kleinen Familie werden zur Grundlage der streng geheimen Operation durch de Bildung der falschen verdeckten Identität des Agenten-Provokateurs unter strengster Geheimhaltung missbraucht.
Es wird dargestellt mit welcher institutionellen Perfektion diese verdeckte Operation seit Ende 50er, anfangs 60er entstand und bis heute andauert, die Rechte der betroffenen Familie aushöhlte und unvermeidlich, abgesehen von allen denkbaren Realitäten, Tuns und Unterlassens zur Rechtsgrundlage der Verletzung oder totalem Ausfall der Grundrechte, nicht zuletzt zur Vernichtung der ganzen Existenz, zwingend beigetragen habe, unabhängig vom Wissen und Willen der jeweiligen Entscheidungsträger um so entdeckt zu werden.
Weiterhin gilt das Rechtsverbot (§ 13 G-10 Gesetz) gegen den entdeckten Missbrauch – streng rechtswidrigen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nach ländlichem und internationalem Recht  vorzugehen.

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Oma Barbara – 1978

 

Die Großmutter wird verhaftet und verschleppt

 

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Belgrad – Meldepflicht für Juden – 19. April `41

Seit ca. 20 August 1941 wusste man nichts vom Schicksal und Verbleib der aus Großbetschkerek und Banat stammenden Juden. Die Wochen und Monate werden daran nicht viel ändern, eine tiefe Ungewissheit breitete sich aus die man nicht ein mal erwähnen dürfte. Nach erstem Schock hat der Großvater die Kinder bei Freunden und Bekannten abgegeben. Er selbst setze die Arbeit fort und suchte die Möglichkeit über Schicksal der Ehefrau und ihrer Verwandten mehr zu erfahren. Es ging sehr schwer, weil man wechselte immer die Strategie im Umgang mit den verhafteten Juden. Trotzdem merkt man auch bei diesem blitzartigen Vernichtungsprozess die allgemeine Merkmale. Man verhaftet und konzentriert die Menschen durchsetzend zugleich unterschiedliche Trennungen, Männer von Frauen, ältere von jüngeren, um sie dann erneut unter anderen Bedingungen und auf einem anderen Ort zusammenzuschließen um dann wieder zu trennen, bildend dabei die größere Gruppen und übend gleichzeitig die laufenden Erschießungen immer größeren Ausmaßen.

Alles das geschah vor den Augen der Augenzeugen, die Opfer selbst haben es nicht anders empfunden, bis die Tötung selbst streng geheim, fürsorglich verdeckt, ablaufen sollte. Aber der verbrecherische Prozess selbst, seinen Zweck im Sinne einer totalen Vernichtung der ganzen jüdischen Bevölkerung könnte damals kaum vorgestellt, geschweige  wahrgenommen werden, obwohl jeder die Ungewissheit spüren dürfte, als immer werdende, allumfassende Mahnung, es könnte jeden auch ihn selbst treffen. Die Einschüchterung durch das Unrecht als eine Selbstverständlichkeit und fragloses Recht des elitären Systems der selbsternannten Führerschaft durch eine präzise bürokratische und militärische Einordnung, die sich zur Perfektion ausschließlich durch den Zwang und Menschenverachtung auszeichnete, machte es möglich.

 

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Zeittafel der Vernichtung

Wenn etwas das Naziregime perfekt beherrschte, dann die Manipulation der Massen, um dadurch die Gewissheit jedes einzelnen Menschen über die Ungewissheit seiner eigenen Existenz zu erreichen. Man beherrschte und verbreitete durch die Gewissenskonflikte des Geistes der Menge einen Geistesstrom um ihn zu so lenken, dass der alles vor sich reißen könnte, damit widerstandslos der freie Weg dem freien Willen der jeweiligen Entscheidungsträger gesichert wäre. Es war die Fähigkeit der Ausnützung des staatlichen Gewaltsystem, als der fraglosen gelenkten Ganzheit, ein in sich selbst geschlossenen Mechanismus, um das Unrecht aus immer höheren vermeintlichen Interessen und Zielen der Allgemeinheit als ihre eigene einzuprägen um alle, die Täter und Opfer widerstandslos zu lenken.

Keiner dürfte wagen die Frage zu stellen, wohin der ganze Geistesstrom steuert. Heute, wenn die Vergangenheit in die Vergessenheit geriet, dürfte man die allgemeine Lehre dieser Zeit nie vergessen, nämlich die Methoden, ihre Natur und wechselwirkende Eigendynamik und Entwicklung, die durch die leise und dann immer umfangreiche Zwänge, Ungewissheit und Ängste, eine allgemeine Kontrolle zwecks Gleichschaltung des allgemeinen und einzelnen Geistes ermöglichen.

Immer erneut, früher oder später, wenn die schleichenden Methoden durch die Aushöhlung der Rechte aufgrund irgendwelcher Bedrohung das fraglose Unrecht mit sich tragen, werden wir alle mit einem Geistesstrom mitgenommen, der an uns sein Unrecht, dankend unsrer selbst verschuldeten Ungewissheit, irgendwann abladen werde.

goethe Die Menge schwankt im ungewissen Geist,
Dann strömt sie nach, wohin der Strom sie reißt.

Johann Wolfgang von Goethe,

Heute, wenn die Vergangenheit in die Vergessenheit geriet, dürfte man die allgemeine Lehre, die Methoden und Mechanismen, die das unbegrenzte Leid über die Völker und die Hunderten Millionen von Menschen ergossen haben, nicht vergessen. Es ist nicht nur eine ethische Pflicht, sondern nicht weniger ein aufwachendes Imperativ bei der Gestaltung und Erhaltung der Grundsätzen der Gerechtigkeit  durch Systemforderungen jedes Staates und jeder Union, die ein Unrecht gegenüber jedem Einzelnen, nie zum Recht erklären darf, weil….

Brecht unrecht zum recht

Seit zweiter Hälfte August 1941 wurden alle Juden, Männer wie Frauen, Alt wie Jung, aus dem gesamten Gebiet unter militärischer Verwaltung Serbiens und Banats nach Belgrad abgeschleppt. Die Männer wurden in einem Militärlager der Artillerie, „Topovske Šupe“ heruntergebracht, die Frauen und Kinder sollten eine private Unterkunft sich besorgen. Was geschehen wird, wusste niemand. Diese Methode der Konzentrierung, der Trennung, des Ortswechsels mit dem Ziel weiterer Konzentrierung, wird sich erst später als eine strikte Planung durch die Funktionsweise der militärischen, bürokratischen Subsystemen bis zum des ganzen Systems,  auf dem tadellosen Laufband der Todesmaschinerie bestätigen.

Lager Streljanje u jajincima

Jajinci bei Belgrad – Ort der Erschießung – Herbst `41

Man könnte sich noch gelegentlich durch Lagerzaun sehen, ohne es ahnen zu wollen die letzte Worte, den letzten Blick austauschen, noch immer nicht sich vorstellen zu können dass es der letzte Treffen sein wird.

Aufgrund des aufflammenden Widerstands, begannen bald die Massenerschießungen als Sühneaktionen. Da die Gefangenen gar nichts mit dem Widerstand zu tun haben könnten, weil sie von der ersten Stunden durch allgemeine Maßnahmen eingelagert waren, spielte keine Rolle, weil so wie so müssten sie entsprechend unantastbaren ideologischen Grundsätzen verschwinden. Nur eines vergisst man bei so vielen Erinnerungen und Analysen, es wurde zwar politisch laut durch die allgemeinen Parolen offenbart, aber bei jeder konkreten Operation oder Erschießung blieb alles streng geheim. Die Menschen verschwanden spurlos ohne dass man es wissen, geschweige sehen könnte, obwohl jedem es klar sein sollte. Dieses psychologisches Vernichtungsspiel als der Ausdruck der wirkenden Macht beherrschten die Spezialeinheiten – Einsatzkommandos bis zur Perfektion. Es war eine präzise Maschinerie ausgerichtet auf ein gemeinsames Ziel mit derselben Aufgabe, nämlich die der totalen Vernichtung, an die wiederum niemand ernstlich geglaubt hatte.

Aber, auch die letzten Stunden des Lebens verliefen in der gleichen Ungewissheit. Man glaubte einfach dass jeder neue Transport die Männer zur Arbeit oder in ein anderes Lager abführen werden sollte. Die Einsatztruppen und Wacheinheiten der jeweiligen Lagern ermittelten solchen Eindruck, besonders dann, wenn die Ermordung schon wie geplant fließend eingelaufen war.

In der Vernichtungskette gab es präzise und geordnete Aufgabenverteilung. Jeder sollte nur ihm vorgesetzten Aufgaben erfüllen. Dass in den Kreisen der Beteiligten man genau wissen müsste was geschehen wird, ist erst später nachgewiesen, aber damals wusste man es nicht und gerade deswegen wurde die ganze Zeit eine Gewissheit über neuen Arbeitsaufgaben, oder Umzug in ein neues Arbeitslager mit viele besseren Bedingungen verbreitet, eine Illusion geschafft in die Inhaftierten glauben sollten, um sie auf die bevorstehenden Maßnahmen vorzubereiten.

Übrigens so wurde es den inhaftierten Juden um die Ruhe zu bewahren mitgeteilt. Damit war durch ein Trick, ein Spiel dass die wissentliche Gewissenslosigkeit hinter den Fassaden des Machtsystems bestätigte.

Man stieg ein, kam zum Ort der Exekution umgebend mit Erschießungskommandos. Die Männer stiegen aus, werden wie bei jedem Appell gestellt und statt Aufgabenverteilung hörten sie ein durchgehendes Maschinengewehrfeuer.

Sie wurden einfach in der Nähe der umgebenden Ortschaften, weit von jedem Blick hingebracht und sofort umgebracht. Danach in die vorbereitete Graben einfach hingeworfen und manche noch lebendig begraben. Es war vom ersten Tag der Besatzung und ersten Maßnahmen der Registrierung, Konzentrierung, Zwangsarbeit, kurzer Zeit des Heimbesuchs, weiterer erneuter Konzentrierung und Umzügen in neues Lager, Zwangsarbeit bis zum letzten Moment des Lebens, der eine und der gleiche Prozess, der etwa weniger als sechs Monate andauerte.

Was genau mit ihnen geschah, könnte man nur ahnen, aber wissen, oder noch schlimmer wissen dürfen, könnte oder wollte es niemand. Die Psychologie die dahinten steckt, die Nazis bis zur Perfektion entwickelten, trieb eigentlich den Widerstand. Der Widerstand entstand nicht aus dem Nichts, viel mehr ist es neben anderen Motiven direkte Folge des psychologischen Nihilismus und verbrecherischen Maßnahmen der Besatzer, nämlich durch Einprägung der Angst jede Widerstandsabsicht zu ersticken, was allerdings zu ganz anderen, oft unerwünschten Ergebnissen wesentlich beigetragen habe.

Schon in Monaten Oktober und November war das Lager „Topovske Šupe“ mitten in der Großstadt Belgrad menschenleer. Wer seine Ehemänner, Väter, Söhne, Freunde sehen wollte oder etwas zum Essen mitbrachte, erfuhr lediglich die Insassen des Lagers sind  umgezogen, wo genau wusste man nicht.

 

Jovan Rajs - omotnica

Jovan Rajs – Der Bevollmächtigte der Verstummten – Erinnerungen

Die wenigen Erinnerungen

der Überlebenden bezeugen diesen präzisen Gang der Todesmaschinerie, dieses bis zur Perfektion vollbrachtes „Verschwinden lassen „. Wie die handvoll Überlebenden es miterlebt haben, was und wie sie diese ewig leere Zeit ohne der vertrauten Familienumgebung und ihres „Verschwinden lassen“ gedacht und mitgefühlt haben, schildert das Beispiel damals eines Sechsjährigen. Durch reinen Zufall der Ereignisse überlebte er als einziger seiner Familie den Vernichtungsprozess vom April `41 und ersten Maßnahmen in seiner Heimatstadt Großbetschkerek – damals Petrovgrad über Belgrad in ersten Monaten `42. Nachhinein blieb er allein um letztendlich mit nicht vollendeten sieben Jahren auf sich selbst zurückgelassen durchs Wirren des Krieges selbst durch das pure Schicksalsglück das KZ Lager Bergen Belsen noch am Leben zu verlassen.
Eine Odyssee des Überlebens in der wachsenden Gewissheit über kaum vorstellbaren Verlusten der Eltern, des Bruders, der Großeltern und der ganzen Familie, anderen Bekannten durch die Tatsache sie niemals mehr Wiedersehen zu dürfen. Erst Jahren später, nach dem Krieg werden die letzten Wege und Orten, wo sie ungefähr für die Ewigkeit geblieben sind ausgesucht. Scheint aus der Erinnerungen Jovan Rajs so zu sein, wie dass sie überall sind und keiner merkt es. Für ihn seine vertraute ewige Begleitung die spurlos verschwunden ist und immer mit ihm geblieben ist.
Jovan blieb zufälligerweise bei seiner Tante und Onkel im Dezember ´41. Alle männliche Familienangehöriger waren in dieser Zeit schon erschossen ohne das man es wusste. Man lebte in der Überzeugung dass sie in eine neues Lager umgezogen worden sind. Die Mutter sein Bruder und andere weibliche Verwandten wurden im Dezember `41 in Lager „Staro Sajmište“ auf der linken Ufer des Flusses Sava, gleich neben der alten Brücke, mitten in der Stadt untergebracht. Sie werden in kommenden Monaten auf ähnliche Vorgehensweise wie die Männer durch den Tod in dem seit März eingesetzten Gaswagen ums Leben kommen. Obwohl sich Vernichtungsprozess unmittelbar in der Stadtmitte entwickelte und das Ende in der unmittelbarer Stadtumgebung fand, wusste oder ahnen wollte kaum jemand, was für ein Schreckensszenario vor den Augen der Großstadt lief ab. Jovan Rajs schildert seine Wahrnehmungen über dieses stillen Verschwunden seiner ganzen Familie und vielen Freunden und Bekannten. Es war eine lange, nie unterbrochene Zeit, der Ungewissheit, Traum des Wiedersehens das nie kam….und immer so gegenwärtig in ihm blieb….

Die Frauen und Kinder blieben nach der Verteilung in privaten Unterkünften, meistens bei Verwandten, Bekannten oder jüdischen Familien aus Belgrad. Sie mussten sich allerdings jeden Tag bei der zuständigen Polizeibehörden melden und die arbeitsfähige wurden zur Zwangsarbeit verteilt. Das „Verschwinden lassen“ ihrer Verwandten, Nachbarn, Freunden, Bekannten  haben sie zwar mitbekommen, aber nicht als ihre Ermordung wahr genommen. Die Ungewissheit war stärker, die Psychologie wirkte, sie alle wären doch nur in ein neues Lager zu anderen neuen Aufgaben abtransportiert. Weil, wie sonst ist es zu erklären dass sie sich zwar unter dem strengsten Befehl ab 12 Dezember als Insassen in das Lagers freiwillig gemeldet haben. Man hat eigentlich immer erneut seit ersten Tagen der Besatzung  freiwillig das getan, was gefordert wurde. Scheinbar geschah alles freiwillig, bis zum letzten Atem des Lebens. Ein mit dem unbegrenzten Zynismus und Misanthropie geprägtes Herrschaftssystems übte durch präzise Bürokratie und Sicherheitsapparat die Rache für die eigene Unfähigkeit sich selbst und eigene fraglose Reflexionen zu prüfen auf absolut Unschuldigen. Die Totalität des gesammelten Willen der einzelnen fing an sich zu entladen als fraglose Vorstellung und Überzeugung über die Richtigkeit der Vernichtungsmethode. Ein kaum durchschaubares System der wechselwirkenden Vorurteilen, Fraglosigkeit, blinder Gefolgschaft und absolut fehlender Empathie   innerhalb der Vernichtungsmaschinerie, einfach entsprechend dem Befehl handeln zu müssen, entfesselte seinen Vernichtungswillen:

Schopanhauer Alle Vergeltung des Unrechts durch Zufügung eines Schmerzes ohne Zweck für die Zukunft ist Rache und kann keinen anderen Zweck haben, als durch den Anblick des fremdem Leides, welches man selbst verursacht hat, sich über das selbst erlittene zu trösten.
Arthur Schopenhauer, Hauptwerke Band I – Die Welt als Wille und Vorstellung

Folgend den Schopenhaurschen Gedanke, könnte von der Rache keine Rede sein, weil es gab kein Leid das die Juden den Nazis als den selbst ernannten Vertretern der höheren, absoluten, fraglosen nationalen Werte angetan haben.  Was es gab, waren die fraglos angenommenen und erzwungenen Vorurteilen und die Suche nach einem geeigneten Sündenbock, der sich in allen Reflexionen der weit verbreiteten und fraglos angenommenen kleinbürgerlichen Geistes als geeignet zur Mobilisierung der Masse ausbeuten lassen könnte. Das rationale Spiel mit leidenschaftlichen Vorurteilen, die sich in eine feste Überzeugung durch andauernde Wiederholung des gleichen Nichts gebildet hatte, wird zur rationalen Grundlage der Ideologie der ultimativen Selbsterhaltung durch die Vernichtung der ganzen jüdischen Gruppe als eines geeigneten ausgewählten Objektes der Rache und Mobilisierung der Masse zugleich. Jedes einzelne Opfer, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, reich oder arm, abgesehen von irgendwelchen politischen oder zahlreichen anderen Überzeugungen wurde das Objekt der Rache, ausschließlich aus der persönlichen oder kollektiven Fehlüberzeugungen des Täters geeinigt und fest verbunden durch innere Eigendynamik des diktatorischen aktiven Zwangs, ausgerichtet zu einem einzigen Ziel der totalen Vernichtung.

Niemand wusste damals 41 -42 wie die inhaftierten und nach Belgrad verschleppten  Juden beendet haben, aber jeden prägte das Dilemma weit über allen völkischen, nationalen, religiösen, sozialen Grenzen hinaus und man schwieg trotzdem, weil man sich unter ständiger Androhung der Gewalt entscheiden müsste, entweder sich mit einer oder anderen Seite zu identifizieren und kaum jemand könnte die Wahl ehrlich und laut aussprechen, abgesehen von auch damals ausgiebig vorhandenen lauten politischen Dickköpfen und verwirrter Mitläufer.

Lager sajmiste - auf dem Weg in Tod

In einem langen Treck mit meistens jüdischen Frauen und Kinder, wie überlebten älteren Männer, ist die Großmutter ins KZ Lager-Semlin – „Staro Sajmiste“ am 12 Dezember 41 mitgefahren. Vorher hielt sie sich bei der Familie der Bekannten in Belgrad auf, war registriert und wurde zur Arbeitspflicht eingeordnet. Für den 12. Dezember41 wurde der Befehl allen in Belgrad übrig gebliebenen Jüdinnen und Juden vorher mitgeteilt, vor der Verwaltung des jüdischen Gemeinderats in Belgrad persönlich erscheinen zu müssen. Man folgte „freiwillig“ die Befehle, immer noch trotz aller Erniedrigungen in der Hoffnung dass die besondere Maßnahmen sich wie versprochen mindestens mildern werden.

Der Großvater erfuhr dies, aber könnte dagegen vorerst nichts tun. Obwohl z.B. aus Belgrad stammenden Jüdinnen aus Mischehen von der ersten Welle der Maßnahmen verschont geblieben waren, bei ihren Familien in ihren Wohnheimen bleiben dürften, galt für die aus dem Banat stammenden und inhaftierten aus Mischehen offensichtlich eine ausweichende, eine andere Ausnahmeregelung. Dies war noch eine weitere Verschärfung der Nürnberger-Gesetze die wie ein Blitz während der Zeit des Vernichtungsprozesses im Militärgebiet Serbien zu verzeichnen wäre.

Die Großmutter wird bis Januar `42 im KZ Lager – Semlin bleiben müssen. Sie war nicht alleine, weil alle weibliche Verwandten aus Großbetschkerek und Banat waren dabei.

Der Großvater lebte mit den Kindern und arbeitete zur gleichen Zeit weiterhin in Elemir (ca. 80 Km. von Belgrad entfernt), musste aber regelmäßig nach Belgrad zwecks Versorgung mit den Medikamenten und anderen pharmakologischen Substanzen reisen. Selbstverständlich nutzte er es möglichst mehr zu erfahren, aber außerhalb dessen was vor den Augen gegenwärtig wahrzunehmen war, wusste niemand mehr. So konnte er die Aufenthaltsadresse der Großmutter erfahren um sie zu treffen, aber mehr war trotz allen Nachfragen und Bitten bei zuständigen Behörden nicht möglich zu erreichen. In solcher Ungewissheit über die Zukunft der Ehefrau und anderen Verwandten, Freunden, Bekannten verliefen fast 5 Monate. Selbstverständlich dass man sich über Umständen und möglichen Folgen jeder Handlung in der Vergangenheit mittlerweile bewusst geworden ist, damit nichts gutes oder keine große Hoffnungen sich machen sollte. Gleichzeitig, man konnte nichts tun, und dieses „Nichts Tun gegen das Unrecht zu unternehmen, weckt einen besonderen inneren Widerstand, besonders dann wenn Handlungsraum extrem so extrem begrenzt ist.

Man befand sich die ganze Zeit jenseits des normalerweise vorstellbaren, ausgeliefert und machtlos gegenüber das anscheinend selbstverständliches Unrecht als das besondere Recht und so gar, aus der Sicht der ganzen Besatzungsmaschinerie moralisch unausweichlichen Abläufen. Ein erzwungenes Spiel nicht nur mit dem Tod durch besondere Erniedrigung, sondern nicht weniger dauerhafte moralische Herausforderung, nicht nur als Ausdruck einer philosophischer Selbstbefragung, viel mehr als die Notwendigkeit des wirkenden Handelns:

Kant - Grundfargen der Philosophie  Резултат слика за Kant
 

 

Umzug ins Reich

Erst die ungeschickte Versuche den Großvater auf eine Ausreise ins Reich innerhalb der Einordnung der allgemeinen Maßnahmen besserer Verteilung der Lasten des Krieges bezüglich fehlenden akademischen Berufen  zu bewegen, stellten die Klarheit über hintergründigen konkreten Motiven. Der Großvater sollte sich stillschweigend von der verhafteten Ehefrau trennen und praktisch scheiden lassen, was man durchschaute und streng ablehnte.

Da es keinen Unstimmigkeiten mit der sozialen Umgebung im Dorf gab und durchaus in täglichem Leben überwiegend respektvolles Miteinader, abgesehen von einzelnen zugleich erwähnt heftigen Versuchen der Extremisten vorhanden war, lehnte der Gr0ßvater jede Absicht auf irgendwelche Veränderung des gegenwärtigen Zustandes. Man rüttelte eigentlich auf der Ehe und Familie, was auch direkt empfohlen wurde, sich von der Ehefrau scheiden zu lassen und unter voller Versorgung für die Kinder und guten Aussuchten für die Kariere ins Reich umzuziehen. Was die Motiven, vorherige persönliche Einstellungen der Beamten zu solchem Vorstoß veranlasst haben sollten, überspringt die Vorstellungskraft.

Die Angaben die durch diese Schilderungen dargestellt werden, entstehen zwecks Veröffentlichung der staatlichen und amtlichen, grenzüberschreitend wirkenden Geheimnisse  des nach dem Krieg erneut erbeuteten Schicksals der Familie in der Bildung einer streng geheimen Operation erkannt durch die besondere Rechtsstellung eines Agenten-Provokateurs, Deckname „Laci“, als die Rechtsgrundlage der Aufhebung der persönlichen bürgerlichen und Grundrechte. Nach zahlreichen Schikanen wurde diese geheime Operation entdeckt, neben anderem durch das allgemein geltende Verbot gegen die allgemeinen Maßnahmen der Geheimdienste die über Jahrzehnte andauern rechtlich vorzugehen.  

Allerdings der Versuch während der Zeit der Inhaftierung der Ehefrau die Ehe und Familie zu spalten schlug nicht nur fehl, viel mehr, man vergewisserte sich über besonderen Spektren der psychologischen Fähigkeiten der Regimes. Übrigens die Ehe und die Familie wird in aller ununterbrochenen, lebendigen, unveränderten Atem und Weise bis zum Tod der Großeltern erhalten bleiben. Der Krieg, die persönliche Erfahrungen, haben die Grundsätze des Bestands trotz allen Herausforderungen nie abgeschwächt, im Gegenteil die wurden dadurch nur gestärkt in ihrer ungetrübten, ehrlich gelebter Beständigkeit gestärkt.

Im Januar `42 fährt der Großvater nach Belgrad und schafft die Ehefrau aus dem KZ Lager – Semlin zu befreien. Mit dem Geld, Nachdruck und hohes Risiko nebenbei erwähnt. Damit war weder die Ungewissheit noch der ständige Druck verschwunden, nicht ein mal abgeschwächt, aber viele Entscheidungen waren unter der Gewissheit über verbrecherischen Methoden des neuen Besatzungsregimes, seiner Natur und inneren Eigendynamik, seines Charakters, vorprogrammiert. Die Familie blieb in Elemir, das Leben setzte sich unter diesen relativ erträglichen Bedingungen des Überlebens fort.

 

Erträgliche Bedingungen des Überlebens klingen und stellen einen grenzenlosen Zynismus, aber es war die Zeit des grenzenlosen, praktizierenden  Zynismus verformt in eine Art des unerträglichen Leichtigkeit vor der Ungewissheit des menschlichen Daseins. Wenn eine Idee der Freiheit als allgemeiner unteilbarer Ausdruck der einzelnen und kollektiven Totalität des Daseins existiere, dann bildete sich als Widerstand gegen das allgegenwärtige Wirken des Besatzungsregimes.

 

Die ganze Familie der Großmutter aus dem Banat, die Familien Lederer, Braun, Pilisch, Kraus, Deutsch, Klein verschwanden spurlos in dieser kritischen Zeit. In weniger von 12 Monaten, vom Ende April 41 bis Ende Mai42 wurde das innerliche Leben und die gewöhnte nächste soziale Umgebung zerstört. Wie fühlt man sich vor dieser Gewissheit über Ungewissheit ihres Schicksals und wie denkt man, bewertet man die Totalität der ganzen ideologischen Hintergründe, bewahrt eigene innere Freiheit und moralische Balance so wichtig für jede soziale Beziehung. Wie findet man die Kraft unter solchen Bedingungen nicht nur zu überleben, sondern der moralische Grund des Daseins zu verteidigen.

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Bibelzitate

 

 

 

Musterung und Aufstellung der 7. SS Freiwilligen Gebirgsdivision „Prinz Eugen“

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Heinrich Himmler am 15.10.`42 vor SS „Prinz Eugen“ in Kraljevo – Serbien

Seit März `42 wurden vorher getroffene allgemeine Planungen und Maßnahmen über Aufstellung einer Division Stärke 20 000 – 25 000 Soldaten von den Bantaer Donauschwaben im Gang gesetzt. Das Prinzip der Freiwilligkeit zwecks formaler Achtung der völkerrechtlichen Bedingungen wurde unterschiedlich durchgesetzt. Bekanntlich gab es mit den Zahlen nicht begründete Realität bei der Berufung. Es gab tatsächlich freiwilligen, aber auch diejenigen die es ablehnten. Wahrscheinlich die größte Gruppe war diejenige die immer schon vorher in gutem Glauben und Treue den Befehl der wirkenden Staatsmacht folgte. Die Aufstellung einer militärischen Formation solcher Stärke hat die menschlich verfügbare Kapazitäten überschritten. Es zeigte sich berücksichtigend wirtschaftliche, wie Ressourcen notwendig für die Erhaltung der öffentlichen Einrichtungen, dass die Planung wie die Stärke weit über realen tragbaren Grenzen der donauschwäbischen Bevölkerung hinausging.

Der Großvater, damals 42 Jahre alt, wurde gemustert und im August `42 zur Aufstellung eines Ersatzbataillon in Werschetz – Banat berufen. Freiwillig tat es er nicht, dabei gehörte der Großvater eher der Gruppe seiner Landsleute die die getroffenen Maßnahmen als Zwang empfanden, viel mehr, ein Dienst einem schon damals klar erkanntem verbrecherischem Regime, das gegen die Zivilbevölkerung das ganze Apparat  mit solcher Perfidität und unmenschlicher Missachtung einsetzt, konnte er nicht leisten.

Die Gedankenspiele die bei der allen Maßnahmen durch Unterstellung der Volksgruppe dem Reich zur Verfügung, neben anderem durch einen Umzug ins Reich, oder Annahme einer weiteren Ausbildung außerhalb Banats in den Bereichen dem Reich brauchbaren Fachkräfte, lehnte er ab. Er wolle in seiner Heimat und seiner Ortschaft weiterhin den Menschen zur Verfügung stehen.

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7 SS Gebirgsdivision „Prinz Eugen“ – Vereidigung

Die achtwöchige „freiwillige Militärpflicht“ zur Aufstellung des Ersatzbataillons der 7. SS freiwilligen Gebirgsdivision „Prinz Eugen“ endete für den Großvater frühzeitig durch die Entlassung. Es hat gekracht. Die weitere Strafmaßnahmen, die diejenige, die den freiwilligen Militärdienst ablehnten, besonders unter sehr komplexen Umständen im Banat in der Kriegszeit blieben aus. Man versuchte eigentlich die Freiwilligkeit des  Militärdiensts zu erzwingen, was bei der Gruppe der Verweigerer ganz unterschiedliche Motiven haben könnte.

Der Großvater musste allerdings zu Fuß von Werschetz nach Groß-Betschkerek gehen. Die weitere Maßnahmen, die die freiwillige Ablehnung eines freiwilligen Militärdienstes sanktionieren – bestrafen sollten wie von der Volksgruppenverwaltung angekündigt, sind mir nicht bekannt.

Zu dieser persönlichen Entscheidung des Großvaters galt, sich selbst unter keinen Umständen für ein verbrecherisches Regime und seine Ideologie instrumentalisieren zu wollen. Alle persönliche Grenzen, die man durch Tun und Unterlassen aus allgemeinen, unteilbaren moralischen Grundsätzen vertreten konnte, wurden für ihn durchgebrochen. Er spielte unter diesen Umständen mit dem eigenen Leben mit der Rücksicht auf die nächste Familie, aber gab seine moralischen Grenzen nicht ab, weil die Totalität der ideologischen Imperative, Methoden und Folgen des Regimes in dessen Namen man handeln sollte oder müsste, wurden erkannt.

Unterstützung der Widerstandsbewegung durch Medikamenten und medizinische Fürsorge

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Massaker von Šabac – September `41

In einer so schwierigen Lage, hört sich wie in einem Drehbuch für einen Film, trotz dem entspricht es der Wahrheit, setzten die Großeltern die Unterstützung der Widerstandsbewegung fort `42.Dabei waren sie nicht alleine und dazu es war weder ideologisch noch politisch geprägter Widerstand. So blieb es die ganze Zeit während und nach dem Krieg, man ist sich und eigenen unpolitischen Grundsätzen ohne ideologische Prägung jeglicher Art frei geblieben. Noch mehr, man tat es nie fürs irgendwelche Gegenleistung und hat jede Möglichkeit in diesem Sinne immer abgelehnt.

Es wird erzählt und erwähnt erst durch die Erkennung der methodologischen, ideologischen, politischen, moralischen und amoralischen Methoden und Überlegungen bei der Ausarbeitung der Anwendung der Legende, des falschen verdeckten Identität des Chaos-Agenten – „Laci“.

Die Widerstandsbewegung entflammte erst aufgrund des realen Terrors der Besatzer ausgelöst durch innere Strukturen und Organisation der Militärverwaltung und Verknüpfungen und eigene Initiative der radikalen Flügeln aus der Erneurungsbwegung.  Es wird zu oft verwechselt, der Widerstand hätte die Sühnen-Aktionen verursacht und gefordert. Im Gegenteil, wie durch die zahlreiche Beispiele und dokumentierte Vorgänge wie die Zeit des Geschehens bewiesen, immer war der Terror und damit die Absichten des Besatzungsregimes Ursache und Generator des allgemeinen Widerstands und der tiefen Ablehnung der eingesetzten Erniedrigung in jeder Hinsicht.

Der zweite große Irrtum ist die breit aufgenommene Auffassung, ohne die Kommunisten gäbe es keine Widerstandsbewegung, und damit wäre der Widerstand ausschließlich den Kommunisten bzw. der kommunistischen Partei zu zuschreiben. Eine flächendenkende  Ausbreitung des Widerstands und die Eroberung weiten Landschaften und Städten hat viel komplexere Ursachen als damals bis heute gelegentlich begleitete Propaganda, abgesehen von welcher Seite und mit welchen wahren Zielen getätigt wurde oder noch immer fraglos eingesetzt wird.

Neben der jüdischen Bevölkerung die vom ersten Tag der Besatzung unter kaum vorher vorstellbarem Vernichtungsprozess allgemein zum Opfer fiel, setzten sich die Erschießungen der Serben abgesehen von politischer, ideologischer oder anderer Zugehörigkeit vom ersten Tag der Okkupation fort und wurden schon in dieser Zeit als selbstverständliches Mittel des Militärregimes nicht nur zwecks Niederschlagung jedes Widerstandes unternommen, sondern nicht weniger sollten als selbstverständliches Mittel der Unterdrückung durch Abschreckung und Einschüchterung der Zivilbevölkerung dienen.

Die Beweise dafür dass das Besatzungsregime unterstützt mit den extremistischen Gruppen der Erneuerungsbewegung in einer geplanten Atem und Weise schon seit Jahren vorher gehandelt haben, ist die Erschießung 36 Bürger Pantschowa am 21 und 22 April `41. Nicht ein mal eine ganze Woche nach dem Einmarsch in der Stadt wurde ein Ereignis instrumentalisiert (Tod eines Soldaten bei der Geburtsfeier Hitlers Geburtstag), um ein Massaker als Sühne-Aktion und zugleich präventive Maßnahme gegen die Bevölkerung insgesamt zu inszenieren. Bei der weiteren Analyse der Hintergründe wird die Mitwirkung der Gruppe der Erneuerungsbewegung um den Arzt Dr. Jakob Awender  deutlich. Aber es war kein Einzelfall, viel mehr die geplante Strategie bei der Durchführung des Besatzungsregimes die weit früher anfing und ihre methodologischen Grundlagen in der gesamten Planung, Organisation und Durchsetzung der ganzen Doktrin des Nationalsozialismus verinnerlichte.

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Dass in Pantschowa, der Heimatstadt des einen des Begründers und  zugleich einem von wichtigen Zentren der Erneurungsbewegung, zu ersten deutlichen Signalen über Absichten und Wirkungswillen der „Vertreter der neuen Ordnung“ kam, ist keine Überraschung. Viel mehr ein Beweis dafür dass die niedrige menschenverachtende Instinkten schon immer ein Teil der gesamten neuen Ideologie waren, als eine rational umgesetzte Aufstockung der niedrigsten Leidenschaften. Viel mehr ein Beweis dafür dass die niedrige menschenverachtende Instinkten schon immer ein Teil der gesamten neuen Ideologie waren, als eine rational umgesetzte Aufstockung der niedrigsten Leidenschaften. Man hat es gelernt, man wurde zu durch die Zusammenarbeit in Jahren vorher durch ideologischen Drilling entzogen. Pantschowa mit seinen radikalen Flügeln um Dr. Jakob Awender war Verbindungspunkt der Zusammenarbeit mit den entsprechenden Stellen in Berlin, was man aus der Aussage Baldur von Schirach (Jugendführer des deutschen Reiches) vor  dem Nürnberger-Tribunal entnehmen darf:

Zeno meine bibliothek - logo – Nürnberger Prozess – Aussage Baldur von Schirach

Bardul von Schirach VON SCHIRACH: Die Hitler-Jugend hat nie in einer Fünften Kolonne gearbeitet, weder in Jugoslawien noch anderswo.
GENERALMAJOR ALEXANDROW: Ich verlese Auszüge aus dem offiziellen Bericht der Jugoslawischen Regierung. Dieses Dokument wurde dem Gerichtshof bereits als USSR-36 vorgelegt. Ich zittere Seite 3 des russischen Textes:
»Die Regierung des Dritten Reiches und Hitlers Partei organisierten in geheimer Weise die deutsche Minderheit…. Seit 1930 hatten sie ihre Massenorganisation, den schwäbisch-deutschen Kulturbund…. Schon 1932 vertritt Dr. Jakob Awender,.. den Standpunkt der gänzlichen Faschisierung des Kulturbundes.
Im Jahre 1935 stellte er sich an die Spitze der ›aktiven Jugendlichen‹, die sich bald darauf ›Erneuerer‹ nennen.«
Wissen Sie etwas darüber?
Bardul von Schirach VON SCHIRACH: Nach den Mitteilungen, die Sie eben gegeben haben, kann ich mich nicht dazu äußern. Ich verstand soviel, daß Bohle einige Jugendführer als Beauftragte dort gehabt hat. Ich weiß darüber nichts Genaues, ich kann Ihnen zur Frage Jugoslawien aus meiner früheren Tätigkeit sagen, daß ich eine sehr gute Beziehung zur jugoslawischen Jugend unterhielt, eine sehr freundschaftliche und kameradschaftliche Beziehung, in der Zeit vor dem Kriege.
GENERALMAJOR ALEXANDROW: Das interessiert mich nicht. Ich möchte versuchen, Ihrem Gedächtnis zu helfen durch Zitierung [575] einiger Auszüge aus dem ergänzenden Bericht der Jugoslawischen Regierung, der dem Gerichtshof als Beweisstück USSR- 357 vorliegt. Auf Seite 5, Zeile 3 des russischen Textes dieses Dokuments wird gesagt:
»Vom Jahre 1937 an,… begann unter den Volksdeutschen in unserem Lande eine nazistische Orientierung, und die ersten volksdeutschen Jünglinge begaben sich in nazistische Spezialkurse ins Reich.«
Weiter auf Seite 8 lesen wir:
»Später, aber noch vor dem Ausbruch des Krieges mit der Sowjetunion, traten die meisten als aktive Offiziere in die deutsche Armee…. Außerdem wurde von jüngeren und älteren Jahrgängen die SS-Division ›Prinz Eugen‹ gebildet.« Leugnen Sie diese Tatsachen?
Bardul von Schirach VON SCHIRACH: Ich kann einige zugeben, andere muß ich verneinen; mit anderen Worten, ich muß also eine
Baldur von Schirach Jugendführer

Baldur von Schirach im Nürnberger Prozess

Erklärung abgeben. Seit 1933 habe ich mich bemüht, ein gutes Verhältnis mit der jugoslawischen Jugend herzustellen. Ungefähr seit 1936 oder 1937 liefen auch Einladungen von mir an jugoslawische Jugendgruppen, genau so wie an Jugendgruppen aller Länder Europas, sich deutsche Jugendeinrichtungen anzusehen. Es sind also jugoslawische Jugendliche tatsächlich in Erwiderung solcher Einladungen nach Deutschland gekommen. Von einem Eintritt jugoslawischer Jugendlicher in die deutsche Armee weiß ich nichts, ich glaube nicht daran. Ich kann nur sagen, daß in der Zeit, als der Prinzregent Paul in Jugoslawien regierte, eine sehr enge Zusammenarbeit mit der jugoslawischen Jugend war. Während des Krieges haben wir sowohl mit serbischer als auch mit kroatischer Jugend gute Beziehungen unterhalten. Es waren sowohl deutsche Jugendliche dort gewesen als auch serbische und kroatische Jugendliche in deutschen Jugendlagern, deutschen Führerschulen und so weiter und haben sich unsere Einrichtungen angesehen. Das ist so ungefähr alles, was ich darüber mitteilen kann. Das war aber nicht nur eine Beziehung zwischen uns und Jugoslawien, sondern auch eine Beziehung, die mit sehr vielen anderen Ländern bestand.

Sonst galt Baldur von Schirach als „anständiger Antisemit“:

Zukunft braucht Erinnerung - Portal-logo Der „anständige Antisemit“ – Link

In Wien gab es nicht nur Sängerknaben und Symphoniker. Wien war eine europäische Metropole des Judentums gewesen, hier hatten 200 000 Juden gelebt. Bei Schirachs Amtsantritt waren es noch 60 000. Die Reichspogromnacht hatte er als „Kulturschande“ .abgelehnt und allen Unterführern der Hitlerjugend verboten, sich an solchen „verbrecherischen Aktionen“ zu beteiligen Jetzt aber unterschrieb Baldur von Schirach, der sich selbst als „anständigen Antisemiten“ sah, das de facto Todesurteil für diese 60 000 und nannte ihre Deportation „einen aktiven Beitrag zur europäischen Kultur.“ Seine Kritik an der nationalsozialistischen Judenpolitik, die er hier und da vorsichtig äußerte, trug ihm zwar Hitlers Missfallen ein, so dass er schließlich in Ungnade fiel, blieb aber alles in allem bedeutungs- und folgenlos.

Es gab Vorbereitungen und den Ausbau der Werknetzen die eindeutig durch die zielgenau eingesetzte Methoden zwischen behördlichen Stellen im Reicht und Schaltstellen bei der Erneuriungsbewegung wirkten. Die Zahl von einigen Hunderten aus Jugoslawien und Banat stammenden jungen Menschen als Angehöriger des SS Division „Das Reich“ waren beim Angriff auf Jugoslawien am 6. April `41 im Einsatz. Sie waren die Folge der seit ersten Jahren des dritten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts immer engeren Zusammenarbeit und Mitwirkung in jedem Bereich des Lebens und direkter Unterstützung aus dem Reich. War der Massaker in Pantschowa oder Erschießungen, Einlagerungen, Erniedrigungen ein Zufall, oder Teil des umfassenden Plans?

Massaker Kraljevo streljanje doubijanje-41

Massaker von Kraljevo – 14. Oktober `41

 

Die dem Massaker in Pantschowa  ähnliches Vorgehen und  Maßnahmen, einschließlich der Ablauf des blitzartigen Prozesses der vollständigen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung gleichzeitig, haben immer größeren Preis gefordert und einen schon geprägten Widerstand bei der Bevölkerung erweckt. Die Vorbereitungen für den bewaffneten Widerstand die erst bekanntlich Ende Juni stattfanden, fanden den geeigneten Nährboden, so dass man auf die Gewalt nicht nur mit der Gewalt beantwortet hatte, sondern die Maßnahmen und die Kraft des Widerstands alle überrascht hatte.

Schon Ende August bilden sich die Gruppen mit operativen Fähigkeiten die die Städte in Westserbien angreifen und ihre Verwaltung stellen konnten. Loznica 31. August, Krupanj 3. September, Užice 21. September. Der misslungene Angriff auf Šabac 22-24. September hatte für die Folge eine Massenerschießung von etwa 1000 Zivilgeiseln. Damit war die Welle des Widerstands nicht unterbrochen, weil folgen die andere befreite Städte in Serbien mit zahlreichen Verlusten auf beiden Seiten die weitere immer größere Vergeltungsmaßnahmen mit sich trugen. In eingekreister Stadt Kraljevo, die unter der Blockade der Widerstandsbewegung stand, wurden am 14 Oktober 1738 Männer und 16 Frauen als Zivilgeiseln erschossen.

Massaker Kragujevac Notification_on_21_October_1941

Kragujevac 21. Oktober `41 – 2.300 Zivilopfer

In Kragujevac gipfeln die Vergeltungsmaßnahmen durch Ermordung 2300 Zivilgeiseln, einschließlich der Schüler aus dem städtischen Gymnasium. Es ist auch die Zeit wann restlos alle jüdische Männer aus den Lagern Šabac und Banica in Belgrad durch Sühnenaktionen restlos ermordet wurden.

Die Entwicklung in neu gebildetem Unabhängigem Staat Kroatien, die die Maßnahmen in dem Militärgebiet Serbien ihrer gemessen durch die Brutalität sehr oft übertrafen. Auf dem Gebiet Balkans entfesselte sich damit eine gigantische Tragödie die apokalyptische Höhenpunkten auf kritischen Orten erreichte. Alle Maßnahmen haben lediglich nur zur Stärkung des Widerstandswillens beigetragen und endeten in ein über 4 Jahren andauerndes Gemetzel apokalyptischen Dimensionen.

Die Maßnahmen der verbrecherischen Regime, geprägt durch ihre ideologische radikale Führungsflügeln, bildeten erst immer erneut eine fruchtbare Basis für unterschiedliche Formen des immer grö0eren Widerstands.

Dass das Hitlers – Regime eine verbrecherische Maschinerie sei, spürte die kleine Familie auf eigener Haut schon vor dem Krieg, aber mit den ersten Tagen der Besatzung im April 1941, miterlebte man das schwere Unrecht selbst. Man war über Natur, Charakter und Zielen des damaligen erzwungenen ideologischen Geistes und seinen verbrecherischen Spuren vergewissert und setzte sich selbst zum Widerstand.

 


erde-017

Gaswagen

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Gaswagen Austrian-Saurer_GebhardFlatz

Gaswagen „Saurer“ – mobile Todesmaschinerie

Die jüdische Frauen, Kinder und ältere Männer wurden seit 12. Dezember `41 eingelagert. Was und wie mit ihnen geschehen sollte war nach den bekannten Dokumenten auch den hohen Befehlshaber in Belgrad nicht klar. Dass sie alle ein Tod durch die Erstickung mit Kohlenmonoxid in mobilen Todeswagen konnte man nicht vorstellen. Zur gleichen Zeit Dezember – Januar laufen im RSHA – II D 3 die letzte Prüfungen und Bestellungen für den 5-Tonenwagen der auch in Belgrad seit März eingesetzt worden war. Die Frage ob der Gaswagen von der Militärverwaltung in Belgrad bestellt wurde, oder durch die Entscheidung in Berlin nach Belgrad geschickt wurde blieb bis heute nicht erklärt. Was mit der Gewissheit als Tatsache bleibt, alle Insassinnen des Lagers – Semlin wurden die Gaswagen  ermordet.

Man meldete sich „freiwillig“ zum Umzug in ein neues Lager, dass mit viel besseren Bedingungen als das alte verfügen sollte. Man glaubte bis zur letzten Sekunde das es die Wahrheit wäre…

 

 

GASWAGEN – Der Nerven wegen

 

Die jüdische Frauen, Kinder und noch durch den Zufall überlebende ältere Menschen wurden seit 12. Dezember 41 „freiwillig“ entsprechend dem Befehl des Befehlshabers der Sicherheitspolizei Serbiens (BdS)  Dr. Emanuel Schäfer  ins Lager Semlin untergebracht. Dass der Mordprozess im Gang war wussten die Insassinnen des Lagers nicht. Es war der Chef der Sicherheitspolizei  Dr. Schäfer der Auf die Empfehlung des Chefs Der Abteilung 3 – Nachrichtendienst Inland, Hans Rexeisens, den Herbert Andorfer als Kommandant das Lager – Semlin  ernannte. Obwohl alle bei der Entstehung und Durchführung der Sühne – Aktionen persönlich mitgewirkt haben, wussten sie im Dezemebr 41 noch nicht was mit den inhaftierten Frauen und Kindern geschehen wird. So gar Schäfer und der Gesandte des Reichsaußenministeriums in Belgrad Felix Benzler arbeiteten auf einer schnellen Deportation nach Osten oder in Russland hin.

Die erste Information die der Großvater am 18. August `41 in Groß-Betschkerek erhielt, alle Juden aus sollten Richtung Schwarzes Meer abgeschleppt worden sein, war noch immer ein Teil der ursprünglichen Planung.  Über die Möglichkeit einer vollständigen Vernichtung dachte niemand nach, obwohl sich die Lage manchmal in Stundentakt verschlechterte und Ungewissheit stieg. Dass die Frauen und Kinder durch eine Gaswagen durch die Erstickung mit Kohlenmonoxid alle enden werden, könnte man sich nicht vorstellen. Doch, gerade in dieser Zeit ging die weitere Entwicklung der mobilen Vergasung der ausgewählten Feinde mit dem eiligen Tempo voran.

Zur Erinnerung – Prozess gegen Pradel:

Spiegel logo 6.05.1966 – Link
PROZESSE
Dem alten Sturmbannführer kamen die Tränen. „Hohes Gericht“, schluchzte er, „von Judenvernichtungen ist mir wirklich nichts bekannt.“
Dem Ex-SS-Mann, der derzeit im hannoverschen Schwurgerichtssaal auf der Anklagebank sitzt, wird Beihilfe zu 6000 Morden vorgeworfen. Friedrich Pradel, 65, einst Leiter des Kraftfahrzeug-Referates II D 3a im Reichssicherheitshauptamt (RSHA), ließ laut Anklage mindestens 13 fahrbare Gaskammern einrichten und von Berlin aus zum Einsatz nach Osten rollen.
Was sich beispielsweise 1942 in einem Lager des Belgrader Vororts Semlin zutrug, geht aus Zeugenaussagen hervor, die der hannoversche Experte für NS -Verfahren, der Erste Staatsanwalt Dr. Dietrich Goetz,
Gaswagen Dokumente

Dokumente NS Archiv 97 000 „bearbeitet“

zusammengetragen hat: Im Laufe eines Vierteljahres wurden 5700 jüdische Frauen und Kinder in einem Gaswagen erstickt, nachdem die Männer erschossen worden waren. Im Juni 1942 meldete der Chef der Sicherheitspolizei in Belgrad, SS-Sturmbannführer Schäfer, nach Berlin, ganz Serbien sei nunmehr „judenfrei“, und schickte den Vergasungswagen mit der Mitteilung „Spezialwagen hat den Auftrag durchgeführt“ zurück.
NS-Archiv logo  – Link – Auschwitz auf Rädern II D 3 a (9) Nr. 214/42 g.Ra. – Dokumente 

 

Walter Rauff – der willentliche und wissentliche Täter – Der Bürokrat

Im RSHA (Reichssicherheitshauptamt) in Berlin arbeitete man fieberhaft auf der weiteren Entwicklung. Im Zentrum des Geschehens zwischen Rechsführer SS Heinrich Himmler und Leiter des RSHA, Reinhard Heydrich, leitete Walter Rauff   als Gruppenleiter II D des RSHA die technische Entwicklung und operativen Einsatz der Gaswagen. Erst nach der Einlagerung der jüdischen Frauen und Kinder wurden die letzte technische Prüfungen auf die Probewegen  beendet und der Auftrag für die Produktion der 5-Tonen Gaswagen erteilt.

1972 gab Walter Rauff den chilenischen Ermittler folgende Aussage:

walter rauff gaswagen cia-bnd agent Ich halte es für ausgeschlossen, dass Pradel die Entwicklung der Gaswagen von sich aus vorgenommen hat. Er muss einen Befehl dafür entweder von mir oder von einem anderen Vorgesetzten, der noch über mir stand, bekommen haben. Ob ich damals Bedenken gegen den Einsatz der Gaswagen hatte, kann ich nicht sagen. Für mich stand damals im Vordergrund, dass die Erschießungen für die Männer, die damit befasst wurden, eine erhebliche Belastung darstellten und dass diese Belastung durch den Einsatz der Gaswagen entfiel. Ich glaube nicht, dass seinerzeit Dr. Siegert mit diesen Dingen befasst worden ist, wenn er davon wohl auch gewusst hat.

 

NS-Archiv logo Vernehmungsprotokoll  des Walter Rauff in Santiago de Chile `72

 

walter rauff gaswagen cia-bnd agent Die Vergasung wird durchweg nicht richtig vorgenommen. Um die Aktion möglichst schnell zu beenden, geben die Fahrer durchweg Vollgas. Durch diese Maßnahme erleiden die zu Exekutierenden den Erstickungstod und nicht wie vorgesehen, den Einschläferungstod. Meine Anleitungen haben nun ergeben, daß bei richtiger Einstellung der Hebel der Tod schneller eintritt und die Häftlinge friedlich einschlafen. Verzerrte Gesichter und Ausscheidungen wie sie seither gesehen wurden, konnten nicht mehr bemerkt werden.

Die ganze Entwicklungsgeschichte der mobilen Gasvergasung als schonende Maßnahme für den Nervenzustand der Erschießungskommandos der Einsatzugruppen, wie die Steigerung der Effektivität des Vernichtungsprozesses wie “ für die Bearbeitung geplanten Objekte“ findet man hier – Link

Koß Viktor Link…..
….oder Gaskammern, wie sie bei der „Euthanasie” verwendet wurden, hätte einsetzen wollen.
Nachdem in Minsk die Sprengung eines Bunkers, in den Geisteskranke gebracht worden waren, nicht den gewünschten Erfolg gehabt hatte, wurde in der Irrenan-stalt vom Mogilew, die Himmler auch besucht hatte35, ein Versuch mit den von Widmann mitgebrachten Metallschläuchen unternommen. Darüber sagte Widmann am 11.Januar 1960 aus:
„Nebe hat dann am Nachmittag dieses Tages das Fenster zumauern lassen und zwei Öffnungen für die Gasleitungen aussparen lassen . . . Als wir kamen, wurde zunächst einer der Schläuche, der sich bei mir im Wagen befunden hatte, ange-schlossen. Der Anschluß erfolgte an einen Pkw. In den in der Mauer befindlichen Löchern befanden sich Rohrstücke, auf die man die Schläuche bequem aufstecken konnte . . . Nach fünf Minuten ist Nebe herausgekommen und hat gesagt, es sei noch keine Wirkung festzustellen. Auch nach acht Minuten hatte er noch keine Wirkung feststellen können und fragte, was nun geschehen solle. Nebe und ich kamen zu der Überzeugung, daß der Wagen zu schwach sei. Daraufhin hat Nebe den zweiten Schlauch an einen Mannschafts-Lkw der Ordnungspolizei anschließen lassen. Dann hat es nur noch wenige Minuten gedauert, bis die Leute bewußtlos waren. Man ließ dann vielleicht noch zehn Minuten beide Wagen laufen.”36
Auf den geschilderten Vorgang bezieht sich auch die Aussage der russischen Ärz-tin N.N.Akimova vom 18. November 1946, die als Datum für das Experiment den 18. September nennt37. Demnach haben sich Widmann und seine Begleiter vom 13. bis 21. September in Minsk und Mogilew aufgehalten38. Der Zusammenhang dieser Versuche mit dem Besuch und Befehl Himmlers geht aus einer anderen Aussage Widmanns hervor: „Nebe wollte, wie er sagte, mit mir die Sache noch einmal durchsprechen, da er an Himmler berichten mußte.”39 Die beiden Experimente haben Nebe klar gemacht, daß nur die höchstwahrscheinlich auf ihn zurückgehende

Anfang März ´42 erhielt Dr. Schäfer ein Telegramm aus Berlin vom Chef der Gestapo in Berlin, Müller, mit etwa folgender Meldung:

Einsatzkommando mit Spezialwagen Suarer auf dem Landewege mit Spezialuftrag unterwegs“

Dies ist aus den Dokumenten und Aussagen des Dr. Schäfer im Strafverfahren gegen Pradel 1966 zu entnehmen.

Schäfer war sich sofort darüber im klaren, dass mit dem Spezialwagen ein Gaswagen gemeint war, und damit die Juden des KZ Lagers – Semlin (Staro Sajmiste) vergasst werden sollten.

Dies folgt aus dem Aussage Schäfers am 2.06.´66 im Prozess gegen Pradel.

Durch diese Vorgehensweise wurde während des ersten Jahrs der Besatzung „Serbien judenfrei“, die Großmutter überlebte knapp den Vernichtungsprozess. Nachdem Krieg wird sie sich langsam vergewissern müssen dass auch ihre nächste Familie, Eltern, Schwestern und Onkeln mit Familien den Krieg nicht überleben werden. Man weiß nicht einmal wo sie überhaupt verscharrt wurden, wo ihr letzter Lebensort oder Ort des „Verschwinden Lassens“ liegt. In der Würde wurde daran gedacht, kein Wort zu viel verloren, kein Gefühl des Hasses irgendwann gespürt….

Die erste öffentlich zugängliche Erinnerungen entstehen bezüglich eines kaum vorstellbaren Verwendung dieser kleinen persönlichen familiären Geschichte, die ohne Wissen und Willen der betroffenen durch die Konstruktion und Schutzmaßnahmen eines Chaos-Agenten zu realem totalem Verlust der wichtigsten Bürgerrechte in ihrem Wesen beigetragen haben.

 


 

 

Bürokraten miteinander und untereinander. Eine Schilderung der technischen Probleme zeigt deutlich wie die Menschen mit aller ihren Existenz, Würde absolut aus der Sicht der Schaltstellen der Vernichtungsmaschinerie weggewischt worden waren…. Man machte sich tatsächlich keine Gedanken darüber was geschehe eigentlich, was wird gedacht, gewusst, gewollt gehofft….

 

 

NS-Archiv logo – Link

Gaswagen kann auf Dauer nicht verheimlicht werden…

Schreiben Dr. Becker an Rauff

Feldpostnummer 32 704 – Link

Kiew, den 16. Mai 1942

B. Nr. 40/42 – Geheime Reichssache

An SS-Obersturmbannführer Rauff in Berlin Prinz-Albrecht-Str. 8

Die Wagen der Gruppe D habe ich als Wohnwagen tarnen lassen, indem ich an den kleinen Wagen auf jeder Seite einen, an den großen auf jeder Seite zwei Fensterläden anbringen ließ, wie man sie oft an den Bauernhäusern auf dem Lande sieht. Die Wagen waren so bekannt geworden, daß nicht nur die Behörden, sondern auch die Zivilbevölkerung den Wagen als „Todeswagen“ bezeichneten, sobald eines dieser Fahrzeuge auftauchte. Nach meiner Meinung kann er auch getarnt nicht auf die Dauer verheimlicht werden
Kant - Grundfargen der Philosophie

 

Hilde Schwan, überlebende aus Riga erinnert sich auf Einsatz der Gaswagen:

erde-017

erde-017

wird fortgesetzt….

Veröffentlicht 1. Juni 2015 von Viktor Koss

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