Vorgeschichte – Teil1   Leave a comment

 

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Banat Getreide - Franz Ferch

Franz Ferch – Banat

 

 

Eine Ehe wird geschloßen

Zrenjanin 20ih Moljceva apoteka centar

Großbetschkerek anfangs 20 Jh. r. im Bild Apotheke Sant Johann – Sveti Jovan

Am 22. August 1927 wurde in Großbetschkerek (h. Zrenjanin) die zivilrechtliche Ehe zwischen Ferdinand Koß und Barbara Kraus geschlossen. Der Trauzeuge der Braut war der Geschäftsmann Marcel Braun, der Onkel (der Ehemann der Tante, der leiblichen Schwester der Mutter). Der zweite war der Chefapotheker der städtischen Zentralapotheke in Groß Betschkerek, Dr. Milivoj Moljac. Ferdinand lebte und arbeitete als junger Apotheker in seiner Heimatstadt Groß Betschkerek, die Barbara lebte damals mit den Eltern und zwei Schwestern in Sathmar (damals Ungarn, nach 1920 Rumänien).

Kurze Zeit nach der Eheschließung ergab sich ein Angebot die Apotheke in der Ortschaft Deutsch Elemer zu übernehmen. So machte sich das junge Ehepaar selbständig und zog in 7 Kilometer entfernten Elemer um. Es kamen in ersten Jahren der Ehe drei Kinder zur Welt. Die erstgeborene Tochter Vera 1929, der Sohn Johann (Jovan) 1932 und der jüngste Sohn Andreas – Georg (Andrija) 1935. Das Leben war ungetrübt, man fand eine warmherzige, gesellige Umgebung in einem für seine Zeit fortgeschrittenem Dorf. Deutsch Elemer und serbische Teilortschaft Elemir bildeten durchaus eine kleine Gemeinde, so dass die Gerichtsbarkeit über Zivilstreitigkeiten, die sich selten ergaben den lokalen Schöffen anvertraut wurde. Der Großvater wurde von der deutschen Gemeinde ernannt und sein Nachbar, mit deren Familie man befreundet war, der Arzt Dr. Marinković wurde von der serbischen Gemeinde ernannt. Dazu kamen die kulturelle, wie andere gemeinnützige Tätigkeiten, so dass sich das Leben zwischen Arbeit und Freizeit in einer gemütlichen, würde man schildern dürfen, fast idyllischer Atmosphäre der fruchtbaren pannonischen Ebene des Banats entwickelte.

Bis zu Jahren 1939/40 lebte die Familie im Zentrum der Ortschaft Deutsch-Elemer.

Deutsch Elemer - Apotheke Koß

Deutsch-Elemer – Apotheke Koß

Nach eigenen Überzeugungen liberal, bürgerlich ganz offen, unpolitisch eingestellt, verlief die frühe Ehezeit der jungen Familie in einer Harmonie mit der sozialen Umgebung. Man half bei der fakultativen Aktivitäten der Schulen, oder anderen kulturellen Veranstaltungen. Mit dem örtlichen Lehrer Albeck Anton und seiner Ehefrau, der in der deutschen wie in serbischen Schule unterrichtete, ergaben sich über freundschaftlichen Beziehungen Taufpatenschaften. Sport, Theater und Musik bereicherten das Leben der Gemeinden, was auch der zwischenmenschlichen Beziehungen gut tat.

Die Schülergruppe aus Deutsch Elemer. Die Aufnahme entstand vor 1936, weil das Gebäude im Hintergrund, der Schloß – Kiss bereits 1936 abgerissen wurde. In der zweiten Reihe in der Mitte sitzt die Großmutter Barbara. Der Großvater steht in der letzten Reihe von der Mitte links in weißem Hemd. (Die eventuelle weitere Informationen über das Photo sind wünschenswert)

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Ferdinand Koß - 1927 - Tenisclub

Die Tennissport Gruppe. Der Großvater steht zweiter von rechts.

Erst seit 1939/40 begannen die Herausforderungen, die mit den zunehmenden Veränderungen der gesamten politischen Lage in Europa und damit durchs Eindringen der nationalsozialistischen Ideen in die Teile der politischen Kräfte der donauschwäbischen Volksgruppe in Jugoslawien getragen wurden. Seit 1934 beginnt der offene Streit über die politische Ausrichtung der deutschen Volksgruppe im Königreich Jugoslawien, der sich vorrangig innerhalb des Donauschwäbischen Kulturbundes zuspitzte .Zwischen den konservativen Gründungsmitglieder unter dem Vorsitzenden des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes Dr. Johann Keks und jüngeren Vertreter der Erneuerungsbewegung insbesondere der Gruppe um Dr. Jakob Awender, die unter starkem Einfluß der Auslandsorganisation der NSDAP wirkte, brach am 3. Dezember 1934 offener Streit aus. Der Streit wird sich fortsetzen durch das ganze Jahr 1935 und wird erst 1939 zu Gunsten der „Erneuerer“ entschieden werden. Mehr Details über die Hintergründen – Die deutsche Volksgruppe in Jugoslawien 1918-1941 von Johann Böhm.

Barbara und Ferdinand Koß - 1927

Barbara und Ferdinand um 1927

Im Nachhinein wurde verschlafene Harmonie des ruhigen provinziellen Lebens in der Tiefebene Pannoniens von beflügelten Reiter und Versandten der bevorstehenden Apokalypse durch ideologische Grundlage des Dritten Reiches aufgewacht und in eine tiefe Mitleidenschaft hineingezogen. Was man sich lange Zeit nicht vorstellen könnte, fing an die spürbare Wirklichkeit des täglichen Lebens zu sein. Der landschaftlich – bäuerliche Kleinbürgertum, „provinziell geprägt von geringerem, kulturellem und geistigem Niveau“ sollte nach Ideen der ausgewählten neuen Elite über allen Eliten erwacht werden. Es müsste Knallen um das Erwachen zu ermöglichen, um das Niveau der kulturellen, geistigen und weltanschaulichen Überlegenheit zu unterstreichen. Zwischen neuen ideologischen Richtungen der selbsternannten Erneuerer und einer tief eingewurzelten Realität des friedlichen Nebeneinanders und Miteinanders einer selbständig entstandenen, eigenständigen Kultur wurde der Streit mit ungewöhnlichen neuen Methoden ausgetragen.

Es waren manche unbekannte junge Gesellen, die die ersten Steine warfen. Und dann geschah es nochmals und dann flogen die Steine durchs Fenster. Es ist immer eine ungewisse Zeit, die auch dann wenn sich die Mehrheit der unpolitischen Zivilbevölkerung den Provokationen widersetzen vermag, die institutionell geschützte Provokateure immer erneut die Oberhand gewinnen. Ein Rezept das man etwas wie Kuchenbacken lernen und verwenden kann.

In wie weit die Bewegung der „Erneuerer“ autonome, selbständige Erscheinung oder lediglich nur eine Ableitung der Ideologie des Reiches war, wird von den radikalen Flügeln so geschildert:

Jakob Awender:
»Mag sein, daß zentrale Ideen und Zeitströmungen ihre Wellen über Grenzpfähle hinüberschlagen. Aber es ist vielleicht auch ein Gesetz, daß sich eine Idee niemals in anderen Räumen, unter anderen Verhältnissen und bei anderen Entwicklungen voll verwirklichen läßt. Es lag durchaus in unserer Absicht, eine eigenständige Bewegung aufzubauen. Ich muß den gelegentlichen Vorwurf zurückweisen, es hätte die Erneuerungsbewegung in allen Stücken die NSDAP des dritten Reiches nachgeahmt oder nachahmen wollen«. »Eines will ich ehrlich bekennen: Nicht wenige Anhänger der Erneuerungsbewegung haben sich unter dem Einfluß politischer Zeitströmungen – Literatur war im freien Buchhandel zu kaufen! – viel mit sozialen Problemen befaßt. Dennoch: Wir haben uns die geistigen Grundlagen für einen völkischen Sozialismus eigener Prägung vollkommen frei und alleine erarbeitet…«
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»Vielleicht mußten zunächst harte Gegensätze aufflammen, oppositionelle Bestrebungen ihren Höhepunkt erreichen, ehe ein Zusammenschluß der beiden Gruppen möglich war…“…
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Und um Konzentration der Kräfte und Zusammenschluß der Gruppen zu erreichen, muss vorerst gespaltet werden, um erst dann alle Teile notfalls mit der Gewalt und dem Zwang auf einen einzigen richtigen Weg auszurichten. Dafür sind die Steine geeignet und jedes Stein braucht ganz zufällig ausgewähltes Ziel, weil das Ziel selbst schuldig sei dass es getroffen werden muss.

Die volksdeutsche SS-Division "Prinz Eugen"

Link zum Google-Buch

Das Ehepaar Koß hat sich entschieden den Standort zu wechseln. So zog man mit der Apotheke in den serbischen Teil des Dorfes um. Das Haus des Pfarramtes der serbisch-orthodoxen Kirche war frei verfügbar, geeignet auch für eine Apotheke mit ausreichendem Wohnraum. Die wahren Herausforderungen, die man noch immer nicht wahr haben könnte oder wollte, nicht einmal sich vorstellen und ahnen dürfte, standen erst bevor. Es ist etwas in menschlicher Natur, immer mit der Zuversicht auf eine Beruhigung und Verbesserung zu hoffen, die immer erneut, wenn keine institutionelle Mechanismen und der Wille sich gegen Bedrohung zu stellen vorhanden sind, den radikalen Flügeln eine leichte Aufgabe und freien Raum beschaffen, sich durch ganz rational angewandte Methoden der Unterdrückung durchzusetzen.

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Bestandteile der Legende der verdeckten Teilidentität eines Agenten – Provokateurs – „Laci“

 

Die erste kurze Schilderung, die hier vorgelegt wird steht im Zusammenhang mit ganz rational verwendeten nachrichtendienstlichen Methoden in der Entstehung, Konstruktion und Verwendung der seit 90er Jahre entdeckten, verdeckten Teilidentität – nachrichtendienstlicher Legende des Provokateurs „Laci“.  Die Sammlung, Auswertung, Austausch der Daten, Informationen einer kleinen Familie werden die Grundlage der streng geheimen Operation mit dem Agenten-Provokateur bilden. Darum wird dargestellt mit welcher institutionellen Perfektion diese verdeckte Operation seit Ende 50er anfangs 60er entstand und bis heute andauerte. 

 

Mit dem Ausbruch des Krieges verschlechterte sich rasch die ganze Lage. Es war ein Tempo der Vernichtung eingesetzt, der sich niemand vorstellen könnte. Und keiner wollte es wahr haben, obwohl seit Jahren die klare Botschaften aus dem Hitlers Reich des märchenhaften Nationalsozialismus gesendet wurden. Jeder hat es mitbekommen, aber keiner wollte es glauben, auch nicht die Juden der Kleinstadt des idyllischen Banats.

Link – Geister aus einer kleinen Stadt

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Kurzbeschreibung – Buch Ivan Ivanji – Geister aus einer kleinen Stadt

In einer kleinen Stadt im Banat, an einem Wasserlauf, der sich gerne Fluss nennen lässt, wiewohl er nur ein Kanal ist, leben die Menschen Ende der dreißiger Jahre im harmonischen, nahezu idyllischen Miteinander, in einem »melting pot« von Sprachen und Religionen.

Im Haus des Arztes etwa sprechen die Eltern miteinander ungarisch, mit den Kindern deutsch, mit dem Zimmermädchen serbisch und mit den Patienten nach deren jeweiligen Bedürfnissen.
Leicht kommt der serbisch-orthodoxe Pope nicht damit zurecht, dass sich seine älteste Tochter ausgerechnet in den Sohn des jüdischen Apothekers verliebt hat, ebenso wie die jüdischen Bäckersleute und das deutsche Fabrikantenehepaar, deren Kinder, der singende Rechtsanwalt und das blonde Fräulein, zu heiraten beschließen. Doch man einigt sich, und noch nicht einmal die Juden gestehen sich ihre Sorgen darüber ein, dass in Deutschland ein Herr Hitler an die Macht gekommen ist.
Dann kommt der Krieg und nichts bleibt, wie es war.
Ivan Ivanji lässt die Menschen eines kleinen Balkanstädtchens wiederauferstehen, mit ihren Sehnsüchten und Träumen, mit ihren Vorlieben und unterschiedlichen Lebensstilen. Jeder von ihnen hat eine andere Strategie, sich auf die Zukunft einzustellen – doch kaum einer wird den Nationalsozialismus überleben.

April 1941 fanden die ersten Hinrichtungen, Beschlagnahmungen und Raubakten statt, eigenhändig von der Ortskommandantur der Stadt Großbetschkerek OK 823 eingeordnet. Der Mord kam mit OK 823 vom Außen, aber innen wollte es niemand wahrhaben. Die Wahrhaftigkeit der Idee eines der Begründer der Erneuerungsbewegung, Jakobs Awender, klingt unter aufgetretenen Maßnahmen und bekannten historischen Tatsachen ganz anderes. Wer sind „Wir“ und wer sind „Sie“ in der ganzen Reihe der folgenden Leiden der Bewohner eines kleinen provinziellen Städtchens in Banat:

Wir haben uns die geistigen Grundlagen für einen völkischen Sozialismus eigener Prägung vollkommen frei und alleine erarbeitet“…
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Jürgen Wagner – Kommandant von Großbetschkerek `41

Seit dem 2. Mai waren die Juden aus Großbetschkerek schon eingelagert. Vorerst die Männer und bald demnach alle. Die Verwandten der Großmutter lebten in Großbetschkerek und waren den allgemeinen Maßnahmen gegen Juden selbstverständlich ausgesetzt. Ende Juli wurden manche aus dem Stadtlager „Honved – Kaserne“ entlassen um eigentlich den Platz für die Einlagerung der verhafteten Juden aus anderen Teilen des Banats freizumachen. Mitte August, durch den Zufall, von einem Bekannten aus Elemer der nach Betsckerek fuhr eingeladen, wollte die Großmutter ihre Verwandtschaft in der Stadt besuchen. Auf dem gleichen Tag wurde sie mit ihren Tanten, Onkeln, Cousinen, Cousins und ihren Kinder, anderen Bekannten verhaftet, aus dem Lager zum Stadthafen gebracht und nach Belgrad verschifft. Da sie nicht nach Hause kam, gab sich der Großvater nach der Suche und alles was man erfahren könnte, war dass sie nie mehr heimkehren werden, sie alle wären Richtung Schwarzes Meer verschleppt. Jetzt ist der schreckliche Krieg keine Ungewissheit mehr, es ist ein mörderisches Unternehmen und Verbrechensmühle.

„Serbien ist judenfrei“

Einer von Architekten des „judenfreien Serbiens“, der NS-Diplomat Franz Rademacher leitete das Judenreferat im Auswärtigen Amt.

In einer von Rademacher verfassten und von Luther unterzeichneten Vortragsnotiz vom 4. Dezember 1941 für Ernst von Weizsäcker heißt es:

 

„Die Gelegenheit dieses Krieges muss benutzt werden, in Europa die Judenfrage endgültig zu bereinigen. Die zweckmäßigste Lösung hierfür wäre, alle europäischen Staaten dazu zu bringen, die deutschen Judengesetze bei sich einzuführen und zuzustimmen, dass die Juden unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit den Maßnahmen des Aufenthaltslandes unterworfen werden, während das Vermögen der Juden für die Endlösung zur Verfügung gestellt werden sollte.“

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Franz Rademacher: Der NS-Diplomat leitete das Judenreferat im Auswärtigen Amt....

Franz Rademacher – Reichsaußenministerium

Spiegel Interview Historiker Conze:

SPIEGEL: Wie aktiv war das Amt an den Verbrechen beteiligt?
Conze: Das Ministerium hat an den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen bis hin zur Ermordung der Juden als Institution mitgewirkt. Insofern kann man sagen: Das Auswärtige Amt war eine verbrecherische Organisation.
SPIEGEL: Ein schwerer Vorwurf. Welche Belege haben Sie dafür?
Conze : 1941 reiste zum Beispiel Franz Rademacher nach Belgrad, um dort mit lokalen Amtsträgern, aber auch mit den Vertretern des Reichssicherheitshauptamtes, also der SS, die Ermordung von Juden zu planen und umzusetzen. Auf seiner Reisekostenabrechnung vermerkte er übrigens, Reisezweck sei die „Liquidation von Juden in Belgrad“ gewesen. Jeder Buchhalter im Auswärtigen Amt wusste, was da passiert.

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Im September 1941 wurde Harald Turner zum SS-Gruppenführer und Chef der deutschen Militärverwaltung in Serbien ernannt, sein Stellvertreter wurde Georg Kiessel. Hier verschaffte sich Turner bei der raschen und skrupellosen Ermordung der serbischen Juden und Roma schnell einen zweifelhaften Ruf, was durch verschiedene Dokumente belegt ist. In einem Befehl vom 26. Oktober 1941 schrieb er beispielsweise,

„daß Juden und Zigeuner ganz allgemein ein Element der Unsicherheit und damit Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit darstellen. Es ist der jüdische Intellekt, der diesen Krieg heraufbeschworen hat und der vernichtet werden muss“

 

Nur ein halbes Jahr später berichtete er am 11. April 1942 an Karl Wolff aus dem persönlichen Stab Himmlers über die durchgeführten Morde

 

„Schon vor Monaten habe ich alles an Juden im hiesigen Lande greifbare erschießen lassen und sämtliche Judenfrauen und -kinder in einem Lager konzentrieren lassen und sogleich mit Hilfe des SD einen ›Entlausungswagen‹ (Gaswagen) angeschafft“.

 

Am 29. August desselben Jahres brüstete er sich bei einem Vortrag beim Wehrmachtbefehlshaber Südost:

 

„Serbien einziges Land, in dem Judenfrage und Zigeunerfrage gelöst“

[Panchevo]

22. April 1941 – Pantschowa (Панчево)

Vorher am 31. Juli fand eine Erschießung der 90 Geiseln aus Großbetschkerek und Umgebung  am Bagljasch statt, die als präventive Maßnahme und Sühne für die Sabotageaktion durchgeführt wurde – ein Getreidelager wurde niedergebrannt. Grundsätzlich werden die Maßnahmen vom ersten Tag der Besatzung durch die militärische Verwaltung eingeordnet, die alle den allgemein bekannten Maßnahmen auf den besetzten Gebieten voreilten. Die berüchtigte „Quotenregelung“ des aus Österreich stammenden Generals Franz Böhme als bevollmächtigten Kommandierenden General in Serbien,. 100 Geiseln für jeden ermordeten und 50 für jeden verwundeten Deutschen, wirkte in Großbetschkerek bevor überhaupt am 16. September Keitel-Befehl verordnet wurde. So wurden am 12. September erneut 12 Geiseln in Großbetschkerek erschossen. Die Behauptung dass der Widerstand gegen Besatzer erst die massive wahllose Erschießungen verursacht haben sollte, ist damit widerlegt. Viel komplexer war die Lage und viel mehr haben die Besatzer durch eigenen Terror und ideologischen Wahn den Widerstand selbst verschuldet und verursacht.

Dass der Widerstand von Kommunisten und Juden kam, war auch unsinnige Behauptung. Die Zahl der Kommunisten unmittelbar vor dem Krieg war geringer als 7000, oder durchschnittlich ein Mitglied der Partei auf 2000 anderen Bürgern. Der Widerstand bildete sich aufgrund absolut verfehlter Strategie der Besatzer, ihren rassistischen und nazistischen ideologischen Grundlagen. Der Widerstand kam aus der eigenen Erfahrung des eingesetzten Unrechts des verbrecherischen Besatzungsregimes.

Teufelskreis des Schreckens

 

Der Teufelskreis des Schreckens wurde durchs Schweigen in den Jahren vorher geschafft. Aber in diesem Augenblick am Abend im August 1941 griff der Krieg endgültig die kleine Familie an, eine von unzähligen aus einem kleinen Dorf, in der Nähe einer kleinen Stadt, irgendwo in der weiten Welt.

 

Großbetschkerek 28.04.1941

Großbetschkerek 28.04.1941

Großbetschkerek 19.09.2014

Großbetschkerek 28.04.2014

28.04.2014 - Viktor Elek

28.04.2014 – Viktor Elek

Was könnte man dagegen tun, was hat man unterlassen zu tun, warum haben die Einwohner der kleinen Stadt gar nichts unternommen. Was sollten sie falsch getan haben daß sie den Geschehen des Schreckens hilflos ausgeliefert wurden?

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Deportation der Juden aus Großbetschkerek - August 1941

Deportation der Juden aus Großbetschkerek – August 1941

 Zeittafel zur Geschichte der Juden in Deutschland 1933 – 1945

 

Seit der Machtübernahme am 30. Januar 1933 durch die NSDAP und Ernennung  Hitlers zum  Reichskanzler wird Antisemitismus durch Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung zur Staatsdoktrin. Vor den Augen der ganzen Welt wurde dieser Prozess durchgezogen ohne dass dabei eine konkrete politische Gegenreaktion, oder umfassende begründete und organisierte Kritik  sich gebildet hatte. Vom Januar 1933 über zahlreichen Verordnungen, Gesetzen, konkreten Maßnahmen nahm die weltliche Öffentlichkeit jede neue Schrittweise durchgezogene Entrechtung und Entwürdigung –  Demütigung, Diskriminierung, Kränkung stillschweigend an. Der gesamte Prozess, der seit 1933 bis 1941 durch konkrete staatliche Maßnahmen und die gesamte Politik des Nazideutschland  durchgezogen wurde, fand in nur wenigen Tagen im Banat statt. Wenn die ganze Weltöffentlichkeit mit allen verfügbaren Kenntnissen und Gegenmitteln und dabei sind die militärische überhaupt nicht gedacht, die ganze Entwicklung verschlafen hatte, was blieb dem Kleinbürgertum, einer kleinen provinziellen Stadt in einem idyllischen, bäuerlich  landschaftlich geprägten Banat übrig, als https://viktorkossnachrichtendienste.files.wordpress.com/2014/11/43637-1941_nagybecskerek.jpg?w=274&h=190stillschweigend vorbei zu schauen, wie das nichts geschehe. Dieser, tief in uns allen, eingeschlafene Nihilismus des weltlichen Kleinbürgertums hat es möglich gemacht und wird es  immer erneut zulassen, wenn zum rationalen Objekt des fraglosen politischen Machtinstruments ausgenutzt wird.

Die erste Verhaftung und Konzentrierung der jüdischen Männer zwecks Arbeitspflicht im April 1941 in Großbetschkerek – Bild aufgenommen vor dem Stadtrathaus. Die für die Zwangsarbeit verhaftete Männer nach ihrer Haltung könnten sich noch nicht vorstellen dass sie alle, wie ihre ganze Familien nur kurze Zeit später, verschwinden werden.  Die Männer auf dem Bild ahnten nicht was tatsächlich geschieht, obwohl seit Jahren die eindeutige Signale herum schlugen.

 

   

1933 (30. Januar) Machtübernahme durch die NSDAP. Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt, Antisemitismus durch Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung wird zur Staatsdoktrin
1933 (Ab Ende Februar) Nach der Reichtstagsbrandprovokation der Nazis Terror gegen Antifaschisten, vor allem Kommunisten als den entschiedensten Nazi-Gegnern und systematische Verfolgung der Juden
1933 (20. März) Errichtung des ersten deutschen Konzentrationslagers (KZ) in der Nähe von Dachau, erste Insassen: Kommunisten und Juden
1933 (29. März) 11-Punkte-Programm zum Boykott jüdischer Geschäfte
1933 (30. März) Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft Albert Einsteins
1933 (31. März) “Arisierung” der Leitung der Karstadt-Kaufhäuser
(Etwa 37.000 Juden verließen 1933 Deutschland; 72 bis 74% gingen in andere europäischen Staaten, 19% nach Palästina, 7 bis 9% nach Übersee.)
1934 (Mai) Ritualmord-Sondernummer des “Stürmer” mit der Schlagzeile “Jüdischer Mordplan gegen die nichtjüdische Menschheit aufgedeckt”
1934 (10. Mai) Erste Arbeitstagung der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung in Berlin
1934 (7. Juni) Zwangsverkauf des Ullstein-Verlages
1934 (26. Juli) Einstellungstopp für Juden als wissenschaftliche Assistenten
1934 (16. Oktober) Steuerrechts-Sonderregelungen für Juden
1934 (13. Dezember) “Arier-Nachweis” bei Habilitationen in Preußen
(Die jüdische Auswanderung umfasste 1934 ca. 23.000 Personen; 37% gingen nach Palästina, 35 bis 40% in europäische Staaten, 23 bis 28% nach Übersee.)

Die Nürnberger Gesetze

1935 Sperrung der Frei- und Hallenbäder, Verbot des Besuches kultureller Veranstaltungen, von Bibliotheken, Museen und öffentlichen Parkanlagen für Juden
1935 (17. März) Kanzelankündigung der Bekennenden Kirche (BK) der Altpreußischen Union gegen die Judenhetze; etwa 700 Pfarrer werden daraufhin drei Tage lang interniert
1935 (24. April) “Arier-Nachweis” im Zeitungs- und Verlagswesen
1935 (25. Juli) Wehrdienst nur noch für “Arier” (seit 21. Mai 1935 “Arier-Paragraph” für Offiziere)
1935 (18. August) Verbot der standesamtlichen Trauung zwischen “Arier” und “Nichtarier”

 

(15. September)

Verkündung des “Reichsbürgergesetzes” sowie des “Gesetzes zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre” durch Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg (die sogenannten Nürnberger Gesetze).

(Auszug aus dem Reichsbürgergesetz: “§ 2 (1) Reichsbürger ist nur der Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, der durch sein Verhalten beweist, dass er gewillt und geeignet ist, in Treue dem Deutschen Reich zu dienen …”)

(Auszug aus dem Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre: “§ 1 (1) Eheschließung zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen altverwandten Blutes sind verboten. Trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind … Außerehelicher Verkehr zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes ist verboten …”)

(Durch die Ausführungsverordnungen zu den “Nürnbergern Gesetzen” mit wichtigen Ergänzungen in Leipzig schätzungsweise 20.000 Menschen der Verfolgung aus rassistischen Gründen ausgesetzt. In der Folge Diffamierungen wegen “Rassenschande” mit zahlreichen Verhaftungen.

Entstehung einer “Mauer jüdischer Zusammenarbeit” gegen die Verfolgung.

 

1935 (24. September) Aufruf der Reichsvertretung der Juden in Deutschland in der Jüdischen Rundschau (Auszug): “… Im vollen Bewußtsein der Größe der Verantwortung und der Schwere der Aufgabe ruft die Reichsvertretung alle jüdische Männer und Frauen, die gesamte jüdische Jugend zur Einigkeit, zu jüdische Haltung, strenger Selbstschutz und größte Opferbereitschaft auf …”
1935 (14. November) 1. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz (Auszüge):“§ 4 (1) Ein Jude kann nicht Reichsbürger sein. Ihm steht ein Stimmrecht in politischen Angelegenheiten nicht zu, er kann ein öffentliches Amt nicht bekleiden …”“§ 5 (1) Jude ist, wer von mindestens drei der Rasse nach volljüdischen Großeltern abstammt …(2) Als Jude gilt auch der von zwei volljüdischen Großeltern abstammende Staatsangehörige jüdische Mischling (a) der beim Erlaß des Gesetzes der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat oder danach in sie aufgenommen wird …”
1935 (13. Dezember) Reichsarztverordnung: keine neuen jüdische Ärzte sind zugelassen
1935 (Dezember) Generelles Berufsverbot für jüdische Ärzte, Notare, Professoren und Lehrer im Staatsdienst

    

1938 (10. August) Zerstörung der Nürnberger Synagoge
1938 (17. August) 2. Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (Auszug):“§ (1) Juden dürfen nur solche Vornamen“mso-spacerun: yes“> beigelegt werden, die in den vom Reichsministerium des Inneren herausgegebenen Richtlinien über die Führung von Vornamen aufgeführt sind …
  • 2 (1) Soweit Juden einen anderen Vornamen führen, müssen sie vom 1. Januar 1939 ab zusätzlich einen weiteren Vornamen, und zwar männliche Personen den Vornamen ISRAEL, weibliche Personen den Vornamen SARA …”

1938(18. August) Runderlaß des Reichsministers des Innern betreffs “Vornamen” (Auszug): “(5) Juden, die deutsche Staatsangehörige sind, dürfen nur die in der Anlage aufgeführten Vornamen beigelegt werden; anderen deutsche Staatsangehörigen dürfen diese Vornamen nicht beigelegt werden …”1938(20. August) Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien eröffnet (Leiter: Adolf Eichmann)1938(9. September) Vorlesungs-Teilnahmeverbot für Juden an „mso-spacerun: yes“> Hochschulen und Universitäten im Deutschen Reich1938(9. oder 10. September) Zerstörung der Münchner Synagoge1938(27. September) Berufsverbot für jüdische Rechtsanwälte1938(28. September) Berufsverbot für jüdische Krankenpfleger1938(5. Oktober) Juden müssen ihre Reisepässe abliefern, eine Neuausstellung (mit Aufdruck “J”) erfolgt nur in Ausnahmefällen1938(27. und 29. Oktober) „Polenaktion“. Im Oktober 1938 werden rund 17.000 Juden vom Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei ausgewiesen (Aufenthaltsverbot) und sofort abgeschoben. Zu diesem Zeitpunkt leben in Leipzig 3.300 polnische Juden. 1567 polnische Juden werden sofort abgeschoben. 1300 Menschen rettet der polnische Generalkonsul Felics Chiczewski mit Sitz in der Villa Ury vor der sofortigen Abschiebung. Im Gegenzug müssen sich die polnischen Juden verpflichten, ihre zügige Auswanderung zu organisieren, sich beim Ausländeramt registrieren lassen und unter ständiger Kontrolle ihre Auswanderung vorbereiten.1938(31. Oktober) Berufsverbot für jüdische Patentanwälte1938(7. November) Herschel Grynszpan schießt in Paris den Legationssekretär vom Rath nieder, dieser verstirbt zwei Tage später. Sein Tod dient als Vorwand für die “Reichskristallnacht”.

 

“Reichskristallnacht”

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1938 (9./10. November) Vorbereitender faschistischer Pogrom: “Reichskristallnacht”. Allein im Zentrum Leipzigs wurden das Folgende zerstört: die Gemeindesynagoge, die Ez-Chaim-Synagoge Otto-Schill-Strasse und fünf weitere Synagogen; 200 jüdische Geschäfte, zahlreiche Wohnungen und Vereinslokale, Hauptstoß gegen jüdische Gemeinschaftseinrichtungen, Schließungen aller Synagogen und Verbot der Vereine, offene Terror gegen jüdischen Menschen, Verhaftung von etwa 100 nichtjüdische Einwohnern wegen Äußerungen ihrer Solidarität
1938 (10. bis 13. November) Verhaftungen von 534 Personen in Leipzig wegen der “Judenaktion” und ihre Überführung nach Buchenwald und in andere KZs

 

Die ganze Zeitchronik zur Geschichte der Juden in Deutschland 1933 – 1945 – Link

 

Einerseits dürfte man mit Geschehen, die seit Mitte April 1941 und ersten Verordnungen der militärischen Verwaltung stattfanden, überrascht gewesen sein und gleichzeitig könnte sich niemand vorstellen dass so was da bei uns geschehe, dass es uns betrifft, dass wir alle ein Teil des Programms, zwar auf unterschiedliche Weise geworden sind.

 

 

Als Buch bei AmazonDie Ohnmacht

Die Ohnmacht des Menschen in Mässigung oder Hemmung
der Affekte nenne ich Knechtschaft, denn der von seinen
Affekten abhängige Mensch ist nicht Herr über sich selbst,
sondern dem Schicksal untertan.

(Baruch de Spinoza 1632-1677)

Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen.

Deutsches Sprichwort

Sonnendämmerung, am Vorabend des 18.August stand der Vater mit den drei Kindern vor unzähligen Fragen, Herausforderungen, tiefen Sorgen über das Schicksal der Mutter seiner Kinder, der Ehefrau, vielen Verwandten, Freunden Kollegen, Bekannten, ohne die das Leben nie mehr sein wird was es vorher war. Eine ganze Welt brach in sich zusammen, obwohl die unermüdliche Signale seit Jahren schon bekannt waren. Man wollte es nicht wahr haben, man könnte sich nicht vorstellen, was schon längst die Wirklichkeit war. Man hat es offenbart, es ist keine Vernichtung die mit den Gefühlen, Leidenschaften und Haß geführt wird, nein es ist einfach ein rational präzis eingeordneter Systemprozess, der nicht nur zwecks Beseitigung der physikalischen Existenz geführt wird, viel mehr auch nach der Vernichtung durch den Kampf gegen den Judengeist fortgesetzt werden muss. Ja, wie kann man eine solche praktische Politik verstehen wo jemand gegen nie bewiesenen Geister kämpft? Oder kämpft man bei solchen Vorstellungen über einem anderen Menschen oder einer Gruppe gegen eigenen Reflexion, gegen sich selbst in einem tiefen nicht rational erklärtem inneren Nihilismus.

Den Juden „bekämpfen heißt ihn entfernen“

aus Dokument Nr. 116, S. 156
„… In der Judenfrage ist unsere Stellungnahme unverrückbar festgelegt. Sie wird nicht bestimmt durch Momente des Fühlens (Gefühlsantisemi[ti]smus), sondern durch nüchternes Erkennen des Tatsächlichen. Danach wäre folgendes zu bemerken: Der Jude ist als Ferment der Dekomposition (nach Mommsen) losgelöst von gut oder böse des einzelnen Ursache des inneren Zusammenbruchs aller Rassen überhaupt, in die er als Parasit eindringt. Seine Tätigkeit ist Zweckbestimmung seiner Rasse. Sowenig ich einer Tuberkelbazille einen Vorwurf machen kann einer Tätigkeit wegen, die für den Menschen Zerstörung bedeutet, für sie aber Leben heißt, so sehr bin ich aber auch gezwungen und berechtigt, um meiner persönlichen Existenz willen den Kampf gegen die Tuberkulose zu führen durch Vernichtung ihrer Erreger. Der Jude aber wird und wurde durch Jahrtausende hindurch in seinem Wirken zur Rassetuberkulose der Völker. Ihn bekämpfen heißt ihn entfernen. Und erst nach seiner Entfernung wird der Kampf gegen den Judengeist und Mammonismus aufgenommen werden können. …“

Aus einem Brief an Konstantin Hierl mit Briefkopf der NSDAP vom 3. Juli 1920

Erst im Winter, nach zahlreichen Versuchen wird der Großvater schaffen die Ehefrau aus dem Vernichtungslager Semlin – (Sajmište) freizukaufen. Alle andere Familienangehörige, Freunde, Bekannte werden spurlos verschwinden und der Nachbar Dr. Marinković war nicht mehr da, er fiel auch als die Gefahr für die neue Ordnung. Er war kein Jude, kein Kommunist, kein Nationalist, vielleicht ein demokratisch gesinnter liberaler Arzt.

  Viel zitiert, oft abgewandelt, manchmal missbraucht, immer noch aktuell: das  berühmte Zitat Martin Niemöllers 

„Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Kommunist.

M.N – Link

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.“

 

Widerstandsbewegung sucht medizinische Hilfe

Die gesamte Maßnahmen des militärischen Befehlshabers und der Militärverwaltung in Serbien und Banat forderten einen starken Widerstand. Auch dann wenn dieser Widerstand nicht immer mit den bewaffneten Methoden ausgetragen wurde, wurde der Wille sich vor gegebenen Zwängen zu währen immer fester. Um die medizinische Versorgung durch die Medikamente und andere sanitäre Materialien zu sichern, suchte die bildende Widerstandsbewegung die Kontakten zu den Großeltern. Der Großvater entgegnete die Hilfesuche mit den konkreten Leistungen. Es gab seit allen Erfahrungen und Vergewisserung über die wahre Natur und Ziele der Kriegspolitik des Hitlers Reiches keinen Zweifeln über seinen verbrecherischen Charakter. Nach den Möglichkeiten und dem Bedarf entsprechend, liefen schon 1941/42 die ersten Hilfspaketen. Eine sehr riskante, ungewisse Unternehmung, besonders dann wenn man die Realitäten und Kräfteverhältnisse der Zeit berücksichtigt. In wie weit die konkrete medikamentöse und medizinische Hilfe behilflich war, ist schwer zu beurteilen, aber viel wichtiger für alle Beteiligten war das Gefühl eines Freiheitswillens gegen die Besatzungspolitik. Man teilte den Willen zur Freiheit nicht durch ideologische, politische oder irgendwelche andere Anschauungen, sondern lediglich durch die Erkennung der Notwendigkeit die Befreiung von menschenunwürdigen Zwängen des nationalsozialistischen Regimes als Grundwert und Grundziel anzunehmen.

 

Geburtsurkunde Andreas Georg - 1941

Geburtsurkunde Andreas Georg Koss – 1941

In der gleichen Zeit 41/42, wann die Mutter auf einem unbekannten Ort festgehalten wurde, ihr Schicksal absolut ungewiss war, bereitete sich der Vater als Erstklässler zum Schulanfang. Dazu benötigte man neben anderem Geburtsurkunde. Nach Nürnberger Gesetzen war er der Mischling des ersten Grades, eigentlich die ganze Zeit seines Lebens jemand der trotz allen Erfahrungen, oder vielleicht gerade deswegen, niemals die Menschen mit voller Achtung ihrer Identität teilen oder verurteilen wollte. Eine Prägung die sich als ein gemeinsamer Wert und lebendige Praxis in der Entstehung der kulturellen und völkischen Vielfalt der neueren Geschichte seit Ansiedlung des Banats und der pannonischen Ebene selbständig gebildet hatte.

Nazideutschland brauchte Monate und Jahre um die ganze Entwürdigung und den Vernichtungsplan durch unzählige Verordnungen, Gesetze, Planung und Steigerung der Maßnahmen vorzubereiten. Im Banat und Serbien ging es wie geschildert ohne eine Verordnung, ohne Gesetze, einfach durch den Willen eines kommandierenden Befehlshabers. Erst am 16. Mai 1941 wurde die erste Verordnung über das Verbot der Ausübung gewissen Tätigkeiten in Zeitungen, Medien und anderen kulturellen Einrichtungen für jüdische Beschäftigte bekanntgemacht. Zwei Wochen später am 31. Mai, durch die neue Verordnung des bevollmächtigten militärischen Befehlshabers Serbiens wird entsprechend den Nürnberger-Gesetzen bestimmt, die Definition der Juden und weitere Rechtsformen geschafft, die schon äußerst eingeschränkte Rechte der Juden und der Roma aufheben. Die Jagd aufs Leben, Würde und Eigentum war schon im vollen Gange.

wird fortgesetzt…

Die Vorgeschichte wird dargestellt um die viele Jahre später entstandene Idee und streng geheime Konstruktion durch die Bildung der verdeckten Teilidentität des Agenten – Provokateurs „Laci“ als erkannte Rechtsgrundlage der Aufhebung meiner Grundrechte festzustellen. Auch nach der Feststellung der doppelten geschützten Rechtsstellung und Missbrauchs der persönlichen Daten und des wahren Familienbildes, allen rückwirkenden Folgen durch die Verletzung oder Aufhebung der Grundrechte, sind die Entscheidungsträger durch die Fortsetzung der Geheimhaltung entschlossen den rechtswidrigen Zustand fortzusetzen.

Veröffentlicht 3. November 2014 von Viktor Koss

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