Ustascha-Terror in Deutschland – Mehlemer Attentat 1962   Leave a comment

29.04.1964
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Mehlemer Attentat vom 29. November 1962

EXIL-KROATEN

Einig durch Dynamit

PROZESSE

Der Umgang mit Dynamit war ihnen vertrauter als der Text des deutschen Sprengstoffgesetzes. Seit ihnen aber auf der Anklagebank die Paragraphen geläufiger geworden sind, haben

26 Exil-Kroaten vor dem Bonner Schwurgericht die Taktik gewechselt: Nach ihrem früheren, mannhaften Geständnis, die jugoslawische Handelsmission in Mehlem am 29. November 1962 gemeinschaftlich überfallen zu haben, ist ihnen nun jede Ausflucht recht, die Schuldfrage unklar zu halten.

Geändert hat sich auch die Absicht der Staatsanwaltschaft, anhand des Prozesses die Querverbindungen, Hintermänner und Geheimbünde der Exil-Kroaten zu entlarven und der Öffentlichkeit darzustellen. Die Emigranten waren im Tarnen erfolgreicher als die Strafverfolger im Recherchieren.

Staatsanwalt Horn konnte die Hintermänner nicht anklagen, er mußte sich mit den Tätern begnügen. Er bezichtigt sie des vorsätzlichen Sprengstoff-Verbrechens, der Geheimbündelei, der vorsätzlichen Brandstiftung, der Verabredung zu einem Sprengstoffanschlag und der Sachbeschädigung. Dem Hauptangeklagten Franjo Percic wird darüber hinaus noch ein vollendeter Mord und ein Mordversuch vorgeworfen.

Die 26 Angeklagten, unter ihnen der Priester Rafael Medic, gehören zu einer der extremsten Gruppen in der fast durchweg radikalen kroatischen Vereins-Vielfalt. Die Zahl der Klubs und Verbände, die von den rund 30 000 in Westdeutschland lebenden Exil-Kroaten in den Jahren nach dem Krieg gegründet wurden, ist auch für Kenner kaum überschaubar.

Die Emigranten-Zirkel sind die Hinterlassenschaft Dr. Ante Pavelics, der 1941 nach dem Überfall der Achsenmächte auf Jugoslawien mit Hitlers und Mussolinis Hilfe einen „unabhängigen Staat Kroatien“ aus dem Königreich Jugoslawien heraustrennte. Knapp vier Jahre lang führte Pavelic als Chef der faschistischen Ustascha-Bewegung ein Schreckensregiment, dem nach jugoslawischer Schätzung etwa 800 000 Menschen zum Opfer fielen.

Unterschiedslos ließ der katholische Poglavnik („Führer“) Pavelic Serben, Juden, Zigeuner und mißliebige Kroaten so barbarisch abschlachten, daß selbst die deutsche Militärverwaltung in Kroatien Bedenken beim Auswärtigen Amt anmeldete.

Mit Hitlers Truppen verschwanden auch Ante Pavelic und sein faschistischer Ustaschen-Staat. Der Poglavnik setzte sich nach Argentinien ab; seine Anhänger flohen – hauptsächlich nach Spanien, Österreich und Westdeutschland.

Truman Doktrin und Ustascha Terror nach 1948

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Der Bruch zwischen Ost und West brachte die Ustaschi jedoch wieder auf die Beine. Mühelos deuteten Pavelic und seine Leute ihr kroatofaschistisches Kredo in einen populären Antikommunismus um. Aus dem nationalistischen´Streit um ein unabhängiges Kroatien, in dessen Verlauf Pavelic bereits 1934 den jugoslawischen König Alexander I. in Marseille hatte ermorden lassen, wurde ein „abendländischer Kreuzzug“ gegen Tito und den jugoslawischen Nationalkommunismus.

Seit den fünfziger Jahren übte dann Westdeutschland eine besondere Anziehungskraft auf die kroatischen Emigranten aus. Insbesondere der diplomatische Bruch zwischen Belgrad und Bonn ließ die Zuwandererquote hochschnellen. Die Europa-Zentralen zahlreicher Ustascha-Nachfolgeorganisationen siedelten sich vornehmlich in München und im Ruhrgebiet an.

Pavelic starb 1959 in Madrid. Er hinterließ seinem Nachfolger Dr. Stjepan Hefer die „Kroatische Befreiungsbewegung“, ein Sammelbecken für orthodoxe Pavelic-Anhänger aller Schattierungen in den verschiedenen Ländern. Ihre bedeutendste Gruppe in Westdeutschland sammelte sich bei den „Vereinten Kroaten“, deren Präsident Mile Rukavina, ein ehemaliger Ustascha-Offizier, in München sein Hauptquartier hat.

Da dieser offiziell eingetragene Verein sich als Stützpunkt für terroristische Aktionen nur wenig eignete, gründete Rukavina Ende des Jahres 1961 zusammen mit einigen Freunden die „Geheime Revolutionäre Ustaschi-Bewegung“ (Trup), deren Angehörige sich ausschließlich aus Mitgliedern der „Vereinten Kroaten“ rekrutierten.

Die Trup-Leute wurden militärisch geschult, doch fielen die Aktionen der geheimen Ustaschi – abgesehen von Prügeleien mit jugoslawischen Gastarbeitern und dem Zerreißen von Titos Flagge bei internationalen Messen bislang wenig auf. Der einzige Trup -Kämpe, der bisher von den deutschen Sicherheitsbehörden gefaßt wurde, ist Nahid Kulenovic, Sohn eines ehemaligen Ustascha-Ministers. Wegen Geheimbündelei und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilte ihn eine Sbnderstrafkammer des Landgerichts Dortmund kürzlich zu sieben Monaten Gefängnis.

Wesentlich aggressiver als die Rukavina-Gruppe agiert der „Kroatische Demokratische Ausschuß“, der in Deutschland von Branko Orlovic gesteuert wird. Die Chefs leben in Rom: Miroslav Varos und der geistliche Professor Krunoslav Draganovic.

Draganovic, der zu Lebzeiten des Papstes Johannes XXIII. aus dem Vatikan strafversetzt wurde, hat sich mit seinen Anhängern seit langem von den Pavelic-Mannen getrennt, weil ihm die alten Ustaschi nicht mehr revolutionär genug erschienen.

Die Unternehmungen dieser Extremisten-Gruppe verliefen bisher glücklos. Neun Mann schickte der geistliche Professor im vergangenen Sommer nach Jugoslawien. Hauptziel des mit Handfeuerwaffen und Sprengstoff ausgerüsteten Sabotage-Trupps war die Zerstörung der Bahnlinie Rijeka-Zagreb. Das Unternehmen mißlang, weil die Bevölkerung entgegen den Hoffnungen der heimgekehrten Exil-Krieger nur wenig Hilfsbereitschaft zeigte. Halbverhungert ergaben sich die neun Saboteure Titos Miliz.

Daß die jugoslawische Regierung den

„Demokratischen Ausschuß“ trotzdem mit Sorge betrachtet, liegt an der Verbindung dieser Extremisten zu dem ehemaligen Ustascha-General Vjekoslav Luburic, der einst für Pavelic Liquidationen ausführte und selbst in kroatischen Emigrantenkreisen als „Blutgeier“ bezeichnet wird.

Luburic, der sich heute Drinjanin nennt, scharte in Spanien einen eigenen Trupp um sich, den er in einem geheimen Militärlager an Infanterie,Waffen des Zweiten Weltkrieges drillt. Ober einen ehemaligen Obristen in München hat er sich einen direkten Draht zu der deutschen Gruppe des „Demokratischen Ausschusses“ unter Orlovic geschaffen.

Noch extremistischer als die Gruppen, um Luburic und Draganovic entwickelte sich der „Kroatische-Arbeiter-Verband“

in Deutschland, der sich 1959 endgültig von den Pavelic-treuen „Vereinten Kroaten“ löste. Dieter ursprünglich zur Betretung kroatischer Arbeiter gegründete Verband diente 1960 als Gründungsbasis der terroristischen „Geheimen Ustascha-Bewegung“ – (Tup), eines Konkurrenzunternehmens – zur Trup, und, im Mai 1961, der Bensberger „Kreuzbruderschaft“, Auf das Konto dieses Vereinsfächers geht das Mehlemer Attentat vom 29. November 1962.

Initiatoren dieser geheimen Kampfbünde sind Dr. Miroslav Peran und der vor dem Bonner Schwurgericht stehende

Geistliche Rafael Medic einstmals Pavelic-Beichtvater mit dem Rang eines Ustascha-Majors. Aus Pavelics Vereinsfront wurden sie ausgeschlossen, weil ihre Terror-Methoden selbst den abgeibrühten Ustaschi zu gewagt vorkamen

Peran und Medtec bauten ihre illegale Kampftruppe so gut getarnt auf, daß Staatsanwalt Horn bei Prozeßbeginn noch nicht einmal der Name Tup geläufig war. Horn vermutete hinter dem Mehlemer Attentat zunächst lediglich die Kreuzbrüder. Bis auf wenige Mitglieder ist jedoch die Anhängerschaft von Tup und Kreuzbruderschaft miteinander identisch.

In Mehlem erschienen Medics Kreuzbrüder zum erstenmal am 10. April 1962. Sie warfen den – jugoslawischen Diplomaten zwei Signalraketen in den Keller, um die Heizölkessel explodieren zu lassen. Der Anschlag mißlang.

Sieben Monate später kamen sie wieder, diesmal besser ausgerüstet. Hausmeister Momcilo Popovic, der sich den Kreuzbrüdern entgegenstellte, wurde erschossen, das Gebäude samt Mobiliar mit Sprengstoff demoliert und angezündet.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nach den Hintermännern des Attentats endeten stets bei Medic. Staatsanwalt Horn: „Wer eigentlich dahintersteckt, ist nicht herauszubekommen. Medic sagt nichts.“ Querverbindungen und Absprachen zu Luburics militanter Gruppe und sogar zur geheimen Trup-Organisation des Rivalen Rukavina scheinen zu existieren, sind bislang aber nicht einwandfrei nachweisbar.

Horn muß sich deshalb an den geistlichen Ex-Major und seine 25 Helfer halten. Während die deutsche Justiz den Vorfall – allen patriotischen Beteuerungen der Angeklagten zum Trotz – nüchtern als Verbrechen gegen Strafgesetze abhandelt, sieht Belgrad den Prozeß und die angeklagten Extremisten in anderen Zusammenhängen:

– Wie alle übrigen Emigranten-Organisationen betreiben auch die Kreuzbrüder eine handfeste Propaganda unter den jugoslawischen Gastarbeitern, die in der Bundesrepublik zum erstenmal von den vollen Schaufenstern eines kapitalistischen Wirtschaftssystems beeindruckt werden und unter diesem doppelten Einfluß offenbar mehr Wirkung zeigen, als der jugoslawischen Regierung lieb ist;

– der Überfall des Terroristen-Priesters Medic hat unter den traditionell verfeindeten Exil-Vereinigungen zu einer bisher nie gekannten Einheit geführt.

Vergessen sind die Machtkämpfe um den Präsidentenposten zwischen Peran und Rukavina, vergessen die Beschuldigungen, Professor Varos sei in Wirklichkeit ein Tito-Agent – das Mehlemer Attentat hat einen für kroatischen Individualismus ungewöhnlichen Gemeinschaftssinn erzeugt. Gemäßigte wie Radikale haben sich in einem Komitee zusammengefunden, das die 26 Angeklagten vor dem Bonner Schwurgericht materiell und propagandistisch unterstützen soll.

Da sämtliche kroatischen Exil-Organisationen – wenn auch mit verschiedenen Methoden – das gleiche Ziel eines unabhängigen Kroatiens verfolgen, warnte ein jugoslawischer Diplomat: „Dieser Prozeß könnte der Kristallisationspunkt werden für eine neue Gruppierung der Ustascha, in der die Extremisten den Ton angeben.“

Das Stahlgitter am Tor der jugoslawischen Mission, das am Tage des Überfalls in Mehlem zwar vorhanden, aber nicht abgeschlossen war, ist seitdem fest verriegelt.

Kroatische Attentäter noch der Verhaftung: Beichtvater führte

Führer Pavelic (vorn links), Hitler*: Aus Tradition und Trotz …

… Terror gegen Tito: Jugoslawische Handelsmission in Mehlem noch dem Attentat

* Im Führer-Hauptquartier 1942.

DER SPIEGEL 18/1964
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„Wir können nicht vergessen…”

Prozeß gegen 26 Kroaten – Geheimbündelei im Exil

Von Nina Grunenberg
Bonn
Im Bonner Landgericht herrschte Alarmstufe eins. Vierzig Polizisten und Kriminalbeamte hielten die Ein- und Ausgänge besetzt. Hinein kam nur, wer Personalausweis und numerierte Einlaßkarte vorzeigte. Vor der Tür zum Schwurgerichtssaal in der ersten Etage stockte der Verkehr. Hier wurden nicht nur die Ausweise kontrolliert, sondern auch die Besucher. Hurtig klopften Kriminalbeamte sie von der Achselhöhle bis zum Fußknöchel ab. Bei mir forschte eine Beamtin der weiblichen Kriminalpolizei mit schrägem Blick und energischem Griff nach Revolver und Plastikbombe in der Manteltasche: Das Gericht wollte balkanischen Temperamentsausbrüchen vorbeugen.
Auf der Anklagebank saßen jene 26 Kroaten, die am 29. November 1962 ein Sprengstoffattentat auf die jugoslawische Handelsmission in Mehlem verübt hatten. Dabei war ein Hausmeister getötet und eine andere Person verletzt worden. Wie die Emigranten hinterher erklärten, hatten sie mit dem Überfall für ein unabhängiges Kroatien demonstrieren wollen
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„Die kroatische Geschichte kennt keinen Terror“, ruft ein Redner emphatisch aus. Wenn jedoch plötzlich zwei schwarz vermummte Ustascha-Leute in der Tür erschienen wären, das Maschinengewehr im Anschlag, es hätte mich nicht gewundert.
Immerhin quetschte sich ein Photograph durch die Reihen, der sein Objektiv nicht auf die Kroaten, sondern auf die Profile der anwesenden Journalisten richtete. Auch der V-Mann der Bonner Sicherungsgruppe, im Ledermantel, mit blondem Haar und quickem Blick schwer zu übersehen, wurde auf die Platte gebannt. „Wir können nicht vergessen“, rief Dezelic aus, und referierte die kroatische Geschichte seit König Tomislav im Jahre 1000.
Er und seine Landsleute haben allem Anschein nach wenig Verständnis dafür, daß Konflikte nicht durch Sprengstoff, sondern nur durch Verhandlungen zu lösen sind. Wehe dem, der dieser hochexplosiven Mischung aus kindlicher Heimatliebe, balkanischem Temperament und gläubigem Nationalismus in die Quere kommt: Das spürte schon Gerd von Paszensky, der im Frühjahr 1962 in „Panorama“ über den Mehlemer Überfall berichtet hatte. Zwei Monate ließen sich die Kroaten Zeit. Dann rammten sie seinen Wagen und bewarfen den Redakteur mit faulen Eiern.

Eine Vernetzung der Strukturen die mit den kroatischen Emigranten, früheren Angehörigen oder Funktionären des Ustascha-Regimes (1941-1945) im Ausland durch die Systeme „Gladio“ in strengster Geheimhaltung, auch gegen den Willen und Wissen der amtlichen Institutionen, Staatsanwaltschaft, Polizei oder Gerichte ausgebaut wurde, lässt sich aufgrund der Geschehen und ihrer gerichtlichen Bearbeitung klar ablesen. Die später veröffentlichte Dokumenten zeigen so gar die Linien und Strukturen der Unterstützung, aber viel mehr die Teile der doktrinärer Strategie innerhalb des gesamten kalten Krieges der westlichen Seite. Damit wird auf gar keinen Fall die andere, realsozialistische Seite verschont oder besser gestellt, im Gegenteil, lediglich auf eine Eigendynamik der ganzen Prozesse hingewiesen die durch streng geheime Deckung, Steuerung und besondere „unsichtbare“ Unterstützung der Gruppierungen, sie als Mittel in dem bekannten ideologischen historischen Kampf gebraucht hatte. Die Analyse dieser kaum bekannten Hintergründe, ihrer Folgen auf die weitere politische und gesamte gesellschaftliche Entwicklung als die Gegensteuerung gegen öffentlich proklamierten  Prinzipien, Werten der demokratischen, freiheitlichen Gesellschaft bleibt noch immer aus. Die späte Folgen als ein ganz rationales System der Machtausübung und Steuerung der unterschiedlichen Prozesse kann man auf dem Beispiel Jugoslawiens, seinen inneren Prozesse durch die wechselwirkende Dynamik der Beziehungen mit dem westlichen wie östlichen Ausland verfolgen. Ein Spiel mit der Geschichte, tiefen Leidenschaften und schweren Erfahrungen, unabhängig von ideologischen oder politischen Zugehörigkeiten wird teilweise erkannt und hat ausschließlich den Stempel der Macht, statt Freiheit, weil im Namen der Freiheit wird Terror und Gegenterror produziert, unterstützt, so gar lange Zeit konstruiert, um durch innere Spannungen und Kämpfe die Abschwächung des wahren oder vermeintlichen Feindes oder Freundes zu erreichen.

Mehr darüber darf man als ein Teil der Perspektive der vielfältigen Komplexität am Balkan aus dem Buch von Ulrich Schiller entnehmen.

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„Deutschland und ‚seine’ Kroaten – Vom Ustaša-Faschismus zu Tudjmans Nationalismus“ von Ulrich Schiller

Nein, eine „objektive“ Darstellung ist das nicht, weil es so etwas gar nicht gibt. Wer schreibt, der wertet, und wer wertet, sollte sich zu seiner wertenden Subjektivität bekennen. Das garantiert zumindest ein ehrliches Buch, das zum guten Buch wird, wenn sattelfeste Faktenkenntnis, kundiger Umgang mit Quellen, stimmige Gesamtschau von Prozessen, leserfreundlicher Stil und eine flüssige Darstellung hinzukommen.
Von Wolf Oschlies
03.03.2010
D. und Kroaten Jasen.Bild Denkm.

Deutschland und „seine“ Kroaten – Buch von Ulrich Schiller

Biographie und Lebenserfahrungen des Autors bestimmen die „Dramaturgie“ seines Werks. Ulrich Schiller hat ein Buch vorgelegt, in welches er sich persönlich und fachlich optimal „einbrachte“ (und hier ist dieses scheußliche Modeverb einmal am Platz). Man hält ein Buch in der Hand, das informatorische und stilistische Aha-Effekte der besten Art liefert.

Schiller, Jahrgang 1926, musste 1943 Soldat werden und kam 1945 für über vier Jahre in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser hat er das Beste gemacht: Russisch gelernt und später in Göttingen, Freiburg und Berlin ein Slavistikstudium mit Promotion abgeschlossen. Seit 1956 war er Journalist und hat lange Jahre von den wichtigsten Orten der Weltpolitik berichtet: Belgrad, Moskau, Washington.

Schillers jüngstes Buch befasst sich mit dem deutsch-kroatischen Verhältnis im 20. Jahrhunderts (plus zeitlichem Vorlauf und Nachspiel). Die ungemein detailfrohe und kundige Darstellung gliedert sich in zwei große Abschnitte: Die ersten Kapitel schildern, wie sich der kroatische Chauvinismus und antislavische Rassismus an übelsten deutschen Mustern schulte und formte – die anderen Kapitel berichten zum einen von der Unverschämtheit und Dreistigkeit, mit der kroatische Extremisten Deutschland zum Tummelplatz ihrer Anschläge und Morde machten, und zum anderen von der unglaublichen Dickfelligkeit, mit welcher sich deutsche Politik zu allen Zeiten und besonders seit 1990 von Zagreb vorführen und hintergehen lässt.

Mahnung zu Einkehr und Umkehr zurückgewiesen

„Nein, einer Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union will und kann dieses Buch keinen Stein in den Weg legen“, schreibt Schiller in einer „Vorbemerkung“ zu seinem Buch, und er fährt fort: „Es war Nazi-Deutschland, das Kroatien in die Terrorherrschaft der Ustaša gestürzt hat, das ist unumstritten“. Und im ganzen nachfolgenden Inhalt kehrt leitmotivisch immer wieder ein Gedanke zurück: Es ist Kroatien, das so gut wie keinen Versuch unternommen hat, sich mit seiner völkermörderischen Vergangenheit auseinanderzusetzen, es ist vielmehr stolz auf diese und weist ausländische Mahnung zu Einkehr und Umkehr empört zurück.

Eigene Schandtaten wie das KZ Jasenovac („Balkanisches Auschwitz“), kurz nach Kriegsende von einer staatlichen Kommission in allen Details dokumentiert, hat man verharmlost oder bestritten, dafür den Mythos vom „kroatischen Golgatha in Bleiburg“ geprägt, dem österreichischen Städtchen, wo 1945 Titos Partisanen angeblich Hunderttausende „wehrlose Kroaten“ umbrachten. Was längst bekannt war, hat die Zagreber Zeitung „Vjesnik“ am 11. September 2004 eingestanden: „Bleiburg“ ist eine Märtyrer-Legende, in den frühen 1950-er Jahren von dem Ustascha-Emigranten Nikica Martinovic erdacht und planmäßig verbreitet, erst unter Emigranten, dann bis in die Staatsphilosophie des unabhängigen Kroatiens hinein.

 Sprachlehre in einer internationalen Arbeitsbrigade

Das alles und viel mehr breitet Schiller mit einem dokumentarischen Tiefgang aus, der selbst Balkankenner verblüffen muss. Aber als „Einstieg“ präsentiert er Erinnerungen, die vollends „umhauen“. Da will ein junger deutscher Slavist „eine zweite slawische Sprache lernen“, Serbokroatisch, und das nicht in der Universität, sondern „vor Ort“. Er bewirbt sich um „Aufnahme in eine internationale Arbeitsbrigade“, die die Autostraße Zagreb-Belgrad baute. In dieser Zeit durften nur jene deutschen Staatsbürger sich in Jugoslawien sehen lassen, die keine ethnischen Deutschen waren, die Lausitzer Sorben nämlich. Davon hatte Schiller damals  keine Ahnung, brauchte er auch nicht, denn er wurde von Anfang an herzlichst aufgenommen, im hercegovinischen Capljina, einem der übelsten Ustascha-Nester des Kriegs, und von seinen neuen Bekannten auch sofort ins Grauen der jüngsten Geschichte eingewiesen.

Bei der Niederschrift dieser ersten Eindrücke stellt er erstmalig die Frage, die sich ihm im weiteren Verlauf des Buchs immer wieder aufdrängt: Warum haben die Kroaten nichts zur Verfolgung und Verurteilung der kroatischen Urheber dieser Untaten unternommen, preisen sie vielmehr als nationale Heroen?

Weil, so Schillers Antwort, die deutsch-kroatische Kumpanei wirkt: Das Ustascha-Regime war ohne deutsche Förderung nicht denkbar, aber das später in allen Details aufzuklären, hatten weder Kroaten noch Deutsche Interesse. So bleibt als einziger Unterschied zwischen ihnen, dass Deutsche das Hitler-Regime früh verurteilten, während die Kroaten Pavelics „Unabhängigen Staats Kroatien“ (NDH) bis zur Gegenwart als Inbegriff von Patriotismus und Muster kroatischer Staatsbildung ansehen. Genau das aber sollte die Kroaten für jede europäische Perspektive disqualifizieren, denn „was wird aus ‚unserem’ Traum Europa, wenn wir die alten Hypotheken aus unseliger Vergangenheit weiter mit uns herumschleppen und zuschauen, wie neue Lasten im alten Geist drauf gesattelt werden“?

Die Rolle des militanten Katholizismus

„Warum die Grausamkeiten auf dem Balkan so besonders unmenschlich und abstoßend waren, wollen die Zeitgenossen immer wieder wissen“. Schiller schildert diese Grausamkeiten,  kann aber keine erschöpfende Antwort auf die Frage nach den Ursachen geben. Einen großen Schuldanteil weist er den traditionell in Bosnien-Hercegovina aktiven Franziskanern zu: „Einen militanten Katholizismus verbreiteten die Mönche, eingepackt in kroatischen Nationalismus, das Gemisch, aus dem der Geist der Ustascha waberte und nach außen quoll“. Gewiss, die kroatischen Chauvinisten betrachteten zu allen Zeiten und bis heute Bosnien als „rein kroatisches Land“, aber die bosnischen Franziskaner zu den geistigen Vätern des Ustascha-Terrors zu machen, vermag nicht völlig zu überzeugen. Aber benötigt Terror überhaupt ein Warum? Es ist Schiller zu danken, dass er die Lüge von den „terroristischen Serben“ im Königsreich Jugoslawien erwähnt, die noch für alle Extremisten herhalten musste, „um den Terror gegen die Serben zu rechtfertigen“.

In altösterreichischen Biographien, Chroniken etc. wird immer wieder hervorgehoben, dass die Habsburger Monarchie mit allen „ihren“ Völkern Konflikte hatte, ausgenommen die Kroaten: Die waren brav und kaisertreu und wenn in ihrem Landtag eine Abstimmung anstand, dann fragten sie zuvor in Wien nach, welches Resultat gewollt  sei. Ganz anders hielten es die Kroaten mit dem „Königsreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ (SHS), ab 1929 „Jugoslawien“, dem ihre vollste Abneigung galt. Deren aggressive Speerspitze waren Terrororganisationen wie die am 6. Januar 1929 gegründeten Ustascha, die 1934 hinter dem „Königsmord“ von Marseille standen, dem der jugoslawische König Aleksandar zum Opfer fiel. Ursprünglich waren Mussolinis Faschisten das Vorbild der Kroaten gewesen, aber bald schwenkte man zu Hitler über, dessen programmatische Neigung zu territorialen Revisionen und rassistischen Vernichtungen eigenen Plänen mehr entsprach.

Der unabhängige Staat Kroatien

Im April 1941 begannen Deutschland und Italien einen Krieg gegen Jugoslawien, das sich unter Führung Serbiens gegen die eigene Vereinnahmung in die Achsenpläne von Berlin und Rom gewehrt hatte. Bereits am 10. April proklamierten die Ustascha ihren „Unabhängigen Staat Kroatien“ (NDH), der – um ganz Bosnien vergrößert, um große Teile der dalmatinischen Küste verkleinert – fortan auf Gedeih und Verderb zu Hitlers Großdeutschem Reich stand: „Antisemitismus, Nationalismus, Vergötterung des ‚Poglavnik’ Pavelic als Geschenk Gottes, Verehrung Hitlers und seiner Soldaten (…) Gott und die Kroaten. Nazi-Deutschland und die Kroaten“.

Der NDH beteiligte sich verlustreich an Hitlers Feldzug gegen die Sowjetunion und errichtete im Inneren KZs wie Jasenovac, die partiell nationalsozialistische „Muster“ an Grausamkeit übertrafen. Das haben selbst deutsche Militärs wie Edmund Glaise von Horstenau, „Deutscher Bevollmächtigter General in Kroatien“, gerügt – natürlich folgenlos. Vjekoslav „Maks“ Luburic, der sadistische Kommandant von Jasenovac, durfte wie bisher weitermachen und wurde nach Kriegsende sogar Chefideologe der kroatisch-nationalistischen Emigration im Ausland.

Anfang Mai 1945 waren Krieg und Ustascha-Herrschaft zu Ende, die Führer flohen, wobei sie die Goldbestände der Nationalbank mitnahmen. Mit ein paar Tausend Anhängern und in Begleitung Tausender deutscher Soldaten kamen sie bis ins österreichische Bleiburg, wo Titos Partisanen das angebliche Massaker unter ihnen anrichteten. Das hat es, wie oben bereits erwähnt, im behaupteten Ausmaß nie gegeben, was aber Kroatien nicht abhält, in diesem österreichischen Städtchen ein alljährliches Memorial voll verlogenen Selbstmitleids aufzuführen, das alle Welt über die Verbrechen kroatischer Ustascha hinwegtäuschen soll.

Flucht nach Westeuropa und Südamerika

Ab Seite 76 breitet Ulrich Schiller Daten und Fakten aus, die man bislang selten oder nie vernahm. Pavelic und sein Anhang flüchteten nach Westeuropa und Südamerika, dabei unterstützt von Briten, Amerikanern und dem Vatikan. Nach offiziellen Angaben hat Jugoslawien bis Ende 1948 an die Westmächte 1.828 Ersuchen um Auslieferung (mutmaßlicher) Kriegsverbrecher gestellt, ganze 208 wurden positiv beschieden, 1.620 verworfen. Schiller bedauert aus guten Gründen die Folgen: „Die Frage muss erlaubt sein, so irreal sie auch sein mag, ob alles anders gekommen wäre, ob der Zerfall Jugoslawiens am Ende des Jahrhunderts ohne das furchtbare Gemetzel abgegangen wäre, wenn die Westmächte Pavelic ergriffen, ausgeliefert oder in Nürnberg vor Gericht gestellt hätten? Pavelic in Nürnberg – warum eigentlich nicht, schließlich hatte auch er den Siegermächten den Krieg erklärt. (…) Die Bataillone indessen, die später gegen Tito-Jugoslawien aufmarschierten, hätten sich gewiss auch ohne Pavelic formiert, in erster Linie in der kroatischen Emigration“.

Diese Emigration verstand sich als Vorwegnahme einer kroatischen Befreiungsarmee, die beim demnächst ausbrechenden Dritten Weltkrieg zusammen mit der US-Armee in Jugoslawien einmarschieren werde. So wurde es in der Bundesrepublik Deutschland, Spanien und Südamerika propagiert, ab den späten 1960-er Jahren mit positivem Echo auch in Kroatien selber, wo diese Pläne auf die Zustimmung hoher Partei- und Armeefunktionäre wie Franjo Tudjman, dem späteren „Staatsgründer“, stießen. Diese Verbindung zwischen alten Ustascha und neuen Nationalisten ist in Kroatien in den vergangenen 20 Jahren in stolzer Offenheit immer wieder herausgestellt worden, was westliche Politiker nicht verstanden, nicht mitbekamen, nicht ernst nahmen.

Besonders harthörig war hier die deutsche Politik, die es offenkundig nicht weiter störte, dass Deutschland Schauplatz eines Bandenkriegs kroatischer Terroristen gegen jugoslawische Missionen und Diplomaten wurde. Am 29. November 1962 verübten 26 Kroaten einen Anschlag auf die jugoslawische Handelsmission in Bonn-Mehlem: „Nichts beeindruckte sie, nicht die Rücksicht auf ihr Gastland, auf das Völkerrecht und nicht die Rücksicht auf Menschenleben (…) Der ‚Bonner Generalanzeiger’ fand sogar Verständnis für die kroatischen Attentäter, da doch Kroatien im ersten Jugoslawien (1919-41) unter dem serbischen Joch gelitten und seit dem Zweiten Weltkrieg unter dem der Kommunisten zu leiden habe“.

Ustascha und RAF Arm in Arm

Die Attentäter wurden gefasst, vor Gericht gestellt und zumeist freigesprochen. Die Deutschen rührten sich auch nach 1977 nicht, als das schlimmste Geschmeiß beider Seiten, die kroatischen Ustascha und die deutsche Baader-Meinhof-Bande, gemeinsame Sache machten. In Zagreb wurden deutsche Terroristen gefasst, Jugoslawien wollte einen Austausch gegen Ustascha-Gangster, was Deutschland unter Berufung auf das Asylrecht verweigerte. Der Schaden war immens, denn die deutschen Terroristen konnten ihr Unwesen weiter treiben und die Ustascha rühmten sich noch Jahrzehnte später ihrer Taten. Mehlem war der Auftakt zu einer langen Serie von Anschlägen und Morden, auf die jugoslawische Geheimdienste mit gleicher Münze zurückzahlten, wann immer sie konnten. Das endete erst ab 1991, als Tudjman-Kroatien seine Tore weit für alte Ustascha und neuere Attentäter öffnete, die fortan als „Helden“ gefeiert wurden.

Tudjman hatte bereits Anfang 1990 den traurigen „Mut“, Pavelics NDH als die „Erfüllung aller historischen Sehnsüchte der Kroaten“ zu rühmen, was im Grunde der Start des jugoslawischen Bürgerkriegs war, denn eine solche Äußerung musste die alten Ängste der Serben, Bosnier etc. vor Ustascha-Greuel wiedererwecken. Diese Angst war berechtigt, denn seit langen Jahren trommelte einer der Wortführer der Emigration, der Jasnovac-Schlächter Luburic, was die kroatische Absicht sei: „Unsere Einstellung ist klar. Jedes Jugoslawien vernichten (…) Es mit der Dialektik der Worte vernichten und mit Dynamit, aber es bedingungslos vernichten, denn wenn es einen Staat gibt, der keine Existenzberechtigung hat – dann ist das einzig und allein Jugoslawien“.

So etwas hätte Tudjman, der die längste Zeit seines Lebens jugoslawischer General und Kommunist gewesen ist, nicht geäußert, aber ein Friedensengel war er auch nicht: „Es hätte keinen Krieg gegeben, wenn wir ihn nicht gewollt hätten“, befand er schon 1992. Gegen den Krieg richtete sich ein UN-Waffenembargo, aber mit Wissen und Förderung deutscher Stellen kauften die Kroaten in Deutschland Waffen der ehemaligen DDR-Armee, um damit „ihren“ Krieg zu führen.

Tudjman starb Ende 1999 – rechtzeitig vor seiner wohl unausweichlichen Anklage beim Haager Kriegsverbrecher-Tribunal (ICTY). Die Deutschen haben ihn bis fast zum Zerwürfnis mit ihren westeuropäischen Partnern gefördert und gestützt. Warum? Aus ignoranter Verkennung und Verdrehung von offenkundigen Tatsachen: „Ein Mitarbeiter Genschers hat einem Besucher damals (= 1991) anvertraut, man wisse, dass Tudjman ein Faschist ist, die Jugoslawische Volksarmee sei aber die größere Gefahr“. Dass Tudjman alte Ustascha mit neuen Regierungsämtern bedachte und deren Hauptziel, Bosnien als „kroatisches“ Land mit Kroatien zu vereinen, zu seinem Ziel machte, war offenkundig keine Gefahr.

Die Schuld von Kohl und Genscher

Auch das Treffen Tudjman – Milosevic vom Frühjahr 1991, bei dem beide die Aufteilung Bosniens unter Serbien und Kroatien verabredeten, war in deutschen Augen wohl gänzlich ungefährlich. Zustimmend zitiert Schiller das Urteil eines anderen deutschen Balkan-Kenners: Bundeskanzler Kohl und Außenminister Genscher tragen „ein gerüttelt Maß an Mitschuld für die rasche Ethnisierung und blutige Eskalation in der Region“. Hauptkriegstreiber waren die Kroaten, aber als der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Kroatien erwog, war es Deutschland, das diesen Versuch vereitelte – bekundete der kroatische Diplomat Mario Nobilo.

Mit US-Hilfe konnte Tudjman im August 1995 die Serben aus der kroatischen Krajina, wo diese seit Jahrhunderten ansässig waren, vertreiben, und dieser Gewaltakt wird bis zur Gegenwart gelegentlich tadelnd erwähnt, aber er ist beileibe kein Hindernis für Kroatiens EU-Beitritt. Auch die kroatischen Kriegsverbrecher im Generalsrang sind keine Steine auf Kroatiens EU-Weg: Wenn sie zufällig gefasst und ins Haag gebracht werden, erheben sich daheim wilde Proteste, denn „kroatische Männer, die das Land vom Bösen befreit haben, können nicht zur Rechenschaft gezogen werden“ (Franjo Tudjman).

Schillers Buch beginnt mit einem Vorwort von Hans Koschnick und endet mit einem wunderbaren Kapitel über Koschnicks segensreiches und furchtloses Wirken als EU-Administrator in Mostar. Kroatische Chauvinisten und Gangster-Paten haben Anschläge auf ihn verübt und organisierten Lynchversuche gegen ihn, aber die EU-Außenminister haben „nicht nur keinen Finger für ihren Administrator in Mostar gerührt, sie baten den kroatischen Bürgermeister von Mostar, Mijo Brajkovic, sogar an den Verhandlungstisch“.

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Rezension zu: „Deutschland und ‚seine’ Kroaten – Vom Ustaša-Faschismus zu Tudjmans Nationalismus“ von Ulrich Schiller, Donat Verlag, Bremen 2010, 227 Seiten, 14,80 Euro, ISBN-13: 978-3-938275-70-2.
 

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25. Juni 1964 – Urteil
BRD Justiz 1964 – Gegen 25 Attentäter, die am 29. November 1962 einen Überfall auf das jugoslawische Dienstgebäude im Bonner Vorort Mehlem verübt hatten, verkündete das Bonner Schwurgericht die Urteile. Die beiden Hauptangeklagten wurden zu 15 bzw. vier Jahren Zuchthaus verurteilt.

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Veröffentlicht 29. November 2014 von Viktor Koss

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